Dienstag, 20. März 2018

Dein Einsatz für die Welt

Hast Du, wenn Du all das siehst, was auf unserer Erde nicht so läuft, wie es bestenfalls sein sollte, auch ab und zu die Tendenz, den Kopf in den Sand zu stecken? Möchtest am liebsten nichts hören, nichts wissen, nichts sehen und fragst Dich, was Du als Individuum denn schon ausrichten kannst? Spätestens wenn die Frage kommt, solltest Du den Kopf schnell wieder aus dem Sand ziehen und hellwach sein, denn die Antwort lautet: VIEL! Wir unterschätzen den Beitrag, den jeder leisten kann und opfern ihn nur allzu oft dem Glauben an die Machtlosigkeit.


Aber wir sind nicht machtlos. Jeder von uns trägt das Potential in sich, den Unterschied zu machen. Angesichts der Globalisierung und der hochkomplexen Zusammenhänge ist es heute zwar kaum noch möglich, dass ein Einzelner etwas wirklich Epochales erreichen kann, aber im Verbund mit anderen ist es machbar. So können wir Dinge anstoßen, auf den Weg bringen, unterstützen.

Im Rahmen meiner Jury-Tätigkeit für das Cosmic Cine Filmfestival, das nächsten Monat in München stattfindet, habe ich gerade die Möglichkeit, viele Filme über Menschen zu sehen, denen das gelingt. Die sich nicht beirren lassen, sondern Wege suchen und finden, und die den Wandel, den wir dringend brauchen, um die Ausbeutung der Ressourcen zu bremsen, um Kriege zu verhindern, um die weltweite Verschmutzung unserer Erde zu stoppen, damit vorantreiben.

Wenn ich diese Menschen sehe, dann frage ich mich, was sie von den anderen, von jenen, die schweigen oder stillhalten, unterscheidet. Die Antwort lautet: Sie fühlen, denken und handeln. Vor dem Denken steht eindeutig das Gefühl. Niemand könnte angesichts der Bedingungen, unter denen Schweine, Rinder und Hühner in Masse gehalten werden, ruhigen Gewissens Fleisch essen, wenn er das Leid dieser Wesen ehrlich und tief mitfühlen würde. Keiner kann mir erzählen, dass ihm das wirklich egal wäre. So sind wir Menschen im Kern nämlich nicht. Aber wir drücken die Gefühle (Scham ist in diesem Zusammenhang ein großes Thema) eben einfach zur Seite, verdrängen die Bilder aus unserem Kopf und lassen es uns schmecken. Und so wie das beim Fleisch aus Massentierhaltung funktioniert, klappt es auch bei ganz vielen anderen Dingen. Plastikmüll zum Beispiel. Da wird es uns in Deutschland ja leicht gemacht, denn die Massen, die wir tagtäglich produzieren, kriegen wir kaum zu Gesicht. Wir sehen unseren Gelben Sack, maximal noch die Tonne mit dem Müll der Nachbarn. Aber die Dimension, was ein Haus, ein Straßenzug, eine Stadt tagtäglich an Plastikmüll produziert, die können wir gar nicht mehr erfassen, weil der Müll  – wie die Tiere aus der Massentierhaltung – hinter verschlossenen Türen "entsorgt" wird.

Das Gute ist, dass der Wandel trotz des Gefühls der Ohnmacht, immer spürbarer wird. Dass immer mehr Menschen ihre Gefühle ernst nehmen, nachdenken, wie sie etwas ändern können und ins Handeln kommen. Nur so geht es. Wer mal die Müllberge auf den Philippinen oder in Indien gesehen hat, der weiß, dass wir Lösungen brauchen. Und es spielt keine Rolle, ob das weit, weit weg von uns ist. Wir leben auf einem Planeten und wenn Indien seinen oder eben auch unseren Müll ins Meer kippt, wenn kleine Kinder aus unseren alten Computern die Kabel rausziehen, das Plastik verbrennen, um an das Metall zu kommen und dabei ihre Lungen zerstören, dann betrifft uns das ebenso, denn die Meere sind miteinander verbunden, die Fische, die vielleicht auf unseren Tischen landen, haben den Körper voller Plastik und Gift und die Kinder fliehen vielleicht irgendwann und stehen dann als "Wirtschaftsflüchtlinge" vor unseren Türen. Das können, das dürfen wir nicht ignorieren.

Vor ein paar Wochen bin ich Partnerin bei "Werte und Wandel" geworden – eine Plattform, die Menschen zusammenbringt, die etwas bewegen. Ich habe seitdem überlegt, für welche Aktionen ich mich stark machen will und wie ich selbst im Alltag dafür sorgen kann, wenigstens einen kleinen Beitrag zum Wandel zu leisten. Strom sparen, Fahrrad oder Bahn fahren, Obst vom Markt, am besten regional, einkaufen und und und – es gibt viel, was wir tagtäglich tun können, wenn wir uns erst einmal dafür entscheiden.

Aber es gibt noch mehr zu tun. Ein Projekt, das ich in den nächsten Wochen tatkräftig als Botschafterin unterstützen werde, ist der Schutz des südlichen Eismeeres – auch Weddellmeer genannt. Die Europäische Union hat einen Antrag bei der Antarktis-Schutzkommission CCAMLR eingereicht, eine Fläche von 1,8 Millionen Quadratkilometern vor der Antarktischen Küste zum Schutzgebiet zu erklären. Das wäre eine Fläche, fünfmal größer als Deutschland und es würde helfen, dieses Meer und all seine Bewohner auch für die nachfolgenden Generationen zu erhalten. Die Abstimmung darüber ist im Oktober – so lange bleibt also Zeit, möglichst viele Menschen zu sensibilisieren. Gelingt das, dann kann sich der Krill-Bestand hoffentlich wieder erholen, der die Nahrungsgrundlage für so viele andere Wesen, unter anderem für den Blauwal ist. Dann können sich die Kaiserpinguine ungestört vermehren und mit ihren Kolonien weiterhin das Bild dieser einzigartigen Landschaft prägen. Dann bleibt die Region verschont von Fracking oder Ölbohrungen.

Ich war noch nie dort, aber ich bin fest davon überzeugt, dass auch wir, die wir so weit von diesem Gebiet entfernt leben, von dem Schutz dieser Zone profitieren, denn alles hängt mit allem zusammen. Ebenso wie das Weddellmeer und seine Bewohner davon profitiert, wenn wir im Norden uns endlich aufraffen und den CO2-Ausstoß verringern.

Also, was kannst Du tun? Du kannst zum Beispiel die Petition unterschreiben:

Oder Du meldest Dich bei mir, wenn Du auch Botschafter/Botschafterin werden und die Aktion über Deine Social-Media-Kanäle unterstützen möchtest. Oder Du denkst beim nächsten Einkauf daran, einen Stoffbeutel mitzunehmen. Oder Du kaufst kein abgepacktes Obst/Gemüse mehr. Oder Du lässt das Auto öfter mal stehen. Oder, oder, oder. Niemand ist machtlos. Wir haben es alle in der Hand zu entscheiden, was aus unserer Erde wird und ich bin sicher, dass wir es gemeinsam schaffen, den Wandel zu bewirken.







Keine Kommentare: