Mittwoch, 11. November 2015

Night-Clubbing in Ludenhausen und ein Gewinnspiel

Geschwindigkeit
Eigentlich wollte ich über meine Lesereise nach Bayern schreiben. Über all das Skurrile, all das Menschliche, all das Schöne, das mir während dieser Tage begegnet ist. Über ein Stoffschild, das am Ortseingang eines kleinen Dörfleins hing und Großes versprach, über herrliche Landschaften, über kulinarische Vergnügen. Aber - wie das so ist - manchmal wird man von den Ereignissen überholt. Da hängt die Seele noch irgendwo zwischen dem Eibenwald und Parterzell, während in Berlin schon ein Ereignis das nächste ablöst. Wie schnell sich doch die Welt dreht.


Wie schnell die Sekunden an uns vorbeifliegen. Wie schnell wir zwischen gestern und morgen taumeln. Atemlos von einem Gefühl in das nächste stürzen. Habe ich nicht gerade noch über das Stoffschild "Night-Clubbing in Ludenhausen" geschmunzelt? Jetzt ist es schon gefühlte drei Jahre Geschichte. Stand ich nicht gerade noch am Ammersee und habe tief durchgeatmet? Stopp, liebe Welt. Lass mich zur Ruhe kommen. Lass mich anhalten. Fühlen, was im Moment passiert

Vielleicht erinnerst Du Dich an den Post, in dem ich darüber geschrieben habe, wie wichtig es ist, ab und an mal abzubiegen, einen Weg anders herum zu laufen, eingetretene Pfade zu verlassen. Heute bin ich noch weiter gegangen, habe mich auf ein Wagnis eingelassen, bin eine komplett unbekannte Strecke durch den Wald gelaufen und musste mich auf meinen Orientierungsinn verlassen. Nun kann man sich im Grunewald kaum verlaufen, aber für mich, die schon Schwierigkeiten hat, das Wort Orientierung richtig zu buchstabieren, die man in einer Unterführung aussetzen könnte, war das wirklich eine große Nummer. Dementsprechend mulmig war mir und dementsprechend groß war die Freude, als ich plötzlich wieder an einer Weggabelung herauskam, die mir vertraut war.

Worum geht es? Wenn Du Dich fragst, warum die Zeit mit jedem Jahr, das Du älter wirst, gefühlt immer schneller rennt, dann liegt das daran, dass Du im Alter weniger "erste Male" erlebst. Alles ist schon irgendwie durch. Man bewegt sich auf gut geschmierten Gleisen durch das Jahr und dann ist plötzlich wieder Weihnachten. Okay, manche Dinge lassen sich nur ein einziges erstes Mal erleben, trotzdem steht es Dir frei, zu variieren. Beim Sex, bei der Arbeit, beim Joggen, im Miteinander. Komm raus aus Deinem Trott! Lass Dich ein! Feiere dieses Leben! Jeden Tag. Und habe keine Angst. Klar kann etwas schiefgehen, kannst Du scheitern, auf die Nase fallen. Na und? Wie heißt es so schön?

"Steh auf, rück Deine Krone zurecht, klopf Dir den Staub aus den Klamotten und weiter geht's."

Doch Vorsicht. Es gibt eine Falle, in die wir Gewohnheitstiere gern tappen. Sie heißt Erwartung und tarnt sich gern als wissender Berater, Vorurteil oder Kritiker. Geben wir ihr zu viel Raum, dann besteht die Gefahr, dass die neue Erfahrung zur Enttäuschung wird. Warum?  Weil Du Dich täuschst, mit dem, was Du erwartest. Du kannst nicht wissen, wie ein erstes Mal ist. Ist es dann nicht der Hammer, dann liegt das weniger daran, dass das Ereignis oder die Erfahrung Mist war, sondern dass das, was Du erlebst, zwangsläufig die Ent-Täuschung Deiner eigenen Erwartungen ist. Hausgemacht also.

Wenn ich Dir also für diesen nieseligen Novembertag etwas mit auf den Weg geben darf, dann das: Schenke Dir ein Lächeln. Nimm wahr, dass Dir trotz Trubel, trotz Alltag viele erste Male begegnen. Um sie zu bemerken, musst Du die Perspektive wechseln. Sei wie ein Kind und staune über dieses großartige Leben! Du musst Dich nicht in waghalsige Abenteuer stürzen. Manchmal reicht es, einen unbekannten Weg zu laufen, einen Moment innezuhalten und sich einzulassen oder so wie ich über "Nigth-Clubbing in Ludenhausen" zu lachen.

Und wenn Du noch nie in Deinem Leben an einem Gewinnspiel teilgenommen hast, dann ist hier die Gelegenheit. Auf der Seite "Der neue Mann" kannst Du ein Buch von mir gewinnen. Schiebe das "Klappt ja doch nicht." beiseite und versuch's! Viel Glück!

http://www.derneuemann.net/gewinnspiel-jeannette-hagen/6115

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