Dienstag, 18. August 2015

Wer willst Du sein?

Ich glaube nicht an Zufälle. Ich glaube an Synchronizitäten. Daran, dass uns das, worauf wir bewusst oder unbewusst ausgerichtet sind, auch begegnet. Daran, dass unsere Energie uns lenkt. Dass wir immer genau dort sind, wo wir sein sollen und uns genau das begegnet, was wir brauchen, um uns zu entwickeln.


Gleichzeitig weiß ich auch, dass dieses Leben vielschichtig und mystisch ist. Dass es einer Allmachtsfantasie gleicht zu glauben, wir könnten alles Kraft unserer Gedanken steuern. Das ist bullshit. Die Kunst ist meines Erachtens, genau hinzuschauen und sich immer wieder zu fragen: "Wer will ich sein?".

In meinem Leben ist momentan viel los. Nicht, weil alles auf mich einstürzt, wie in anderen Zeiten, sondern weil ich es eingeladen habe. Ich mag Trubel, Aufregung. Ich mag es, wenn ich Dinge anstoßen, ins Rollen bringen kann. Und ich mag es, anderen zu helfen. Es macht mich glücklich. Auf dem Buchrücken von meinem neuen Buch und auch auf meiner Webseite steht der Satz: "Als Kind wollte ich die Welt retten – ein Ideal, das mich auch heute noch antreibt." Genau so ist es.

Ich will nicht müde werden. Nicht einschlafen. Mich nicht einlullen lassen von Sicherheitsdenken und pupslauen Heilsversprechen. Ich will wach bleiben, mich reiben, dabei sein, die Welt und mich selbst herausfordern. Passend dazu ist mir heute morgen ein Zitat aus einem Buch von Andreas Altmann begegnet:

"Ich bin mir nicht sicher, ob jene, die sich zum Sterben (bei lebendigem Leib) ein Reihenhäuschen, zwei Hypotheken, drei Lebensversicherungen, vier Handys, zweihundert Kanäle und viele Ausreden zugelegt haben, ob die nicht auch dieses lästige Gewissen vernehmen, das sie zwingt, an früher zu denken, an damals, als sie jung und strotzend waren und sich nach einer ganz anderen Zukunft sehnten. Aber die Trägerrakete Jugend, dieses Kraftwerk, um die Welt zu erstürmen, verglühte beizeiten, und sie, die Ex-Träumer, landeten auf der großen Umlaufbahn namens Routine, Kleinmut und - David Thoreau hat den Ausdruck geprägt - 'quiet desperation', leiser Verzweiflung."  *


Ist das der Grund für die Angst vor der Fremde, die viele momentan umtreibt? Die Angst vor den Fremden? Ist das der Grund, warum so viele Menschen mit leeren Augen durch die Welt gehen? Stumpf im Hirn sind, stumpf im Handeln? Weil sie ihre Träume verraten haben? Weil sie sich verfangen haben in all ihren Verbindlichkeiten? Mich persönlich treibt dieses Gewissen Tag für Tag aufs Neue an. Raus aus dem Haus, runter von meinem Sofa. Ich frage mich immer öfter, wer ich sein will. Die, die zuschaut und sich vom Leben herumschubsen lässt oder die, die selbst gestaltet. Meine Antwort darauf ist klar. Und Deine? Wie schaut es bei Dir aus? Wovor hast Du Angst? Warum hälst Du Dich noch zurück? Was ist aus Deinen Träumen geworden?

Darf ich Dich heute aufstacheln? Dich anfixen? Dir zurufen: "Lass uns die Trägerraketen wieder aus dem Keller holen!!!!"

Erobern wir uns doch das zurück, was diese Welt wirklich reicher macht: unsere Träume. Unsere Visionen. Wolltest Du auch mal die Welt retten? Dann los. Lass Dich nicht davon überzeugen, dass Du allein nichts ausrichten könntest. Das ist eine Lüge. Geh raus, geh Deinen Weg und Du wirst sehen, dass es einen Unterschied macht. Besiege Deine Angst. Deine verdammte Bequemlichkeit. Hebe Deinen Hintern hoch und starte durch. Sei Du heute der Unterschied!
Ich wünsche Dir von Herzen einen kraftvollen Tag!

*(Andreas Altmann, "Im Land der Regenbogenschlange", DuMont 2008)

1 Kommentar:

Romy hat gesagt…

Danke Jeannette, dass wünsche ich Dir auch! :-)