Montag, 15. September 2014

Die zehn besten Tipps, die Du...

@fotolia
...am besten gleich wieder vergisst, denn ich werde sie Dir nicht geben. Warum nicht? Weil ich es leid bin, solche Blog-Post's zu lesen und auch zu schreiben. Ich habe es satt zu wissen, wie ich in drei Schritten klüger, mit acht Hinweisen erfolgreicher werde und mit den zwölf wirklich ultimativen Tipps schon übermorgen mein Selbstbewusstsein gebustert habe.


Aber scheinbar reagiert die Masse immer noch darauf und man kommt, will man seine Besucherzahlen steigern, als Blog-Autor kaum noch daran vorbei. So sagen es jedenfalls all die Blog-Gurus, die ganz genau wissen, wie der Hase läuft und wie man die Leser auf seinen Blog zieht und im besten Fall dann auch noch dazu animiert, auf Werbelinks zu klicken oder für teuer Geld das angebotene eBook zu kaufen. Dahinter steckt nichts anderes als das Versprechen der schnellen Bedürfnisbefriedigung. Lies nur diese fünf Punkte und Dein Leben wird sich radikal und vor allem sofort ändern.

Besonders angetan haben es mir in letzter Zeit die selbsternannten Heilsversprecher und Persönlichkeitsentwickler. Die, die auch für jedes Problem neun fantastische Ratschläge haben, sodass im Grunde überhaupt nichts mehr schiefgehen kann. Dass manch ein Leser mit vielen Fragezeichen im Kopf auf der Strecke bleibt, sich psychologische Probleme nicht mit fünf großartigen Regeln wegzaubern lassen, das interessiert die Klickneurotiker nicht. Hauptsache die Zahlen stimmen.

Klingt nach Neid? Nein, keinesfalls. Ganz ehrlich, ich wäre froh, wenn ich mit diesem Blog Geld verdienen würde. Wenn die Arbeit, die in sieben Jahren Blogschreiben steckt, auf irgendeine Art und Weise honoriert werden würde. Dafür setze ich mich auch gern auf meinen Hintern und lerne mehr darüber, wie man einen Blog monetarisiert. Dafür bin ich auch bereit zu investieren, Seminare zu besuchen oder an Online-Kursen teilzunehmen. Schließlich ist das Schreiben mein Beruf und meine Berufung. Und da sich momentan wohl wenig so rasant ändert, wie unser Verhältnis zu allem Gedruckten, muss ich mir neue, andere Wege suchen, mein Geld zu verdienen. Das ist o.k.. Da ziehe ich auch mit. Ich verdamme das Internet keinesfalls. Ich finde die Möglichkeiten, die es jederman bietet, großartig. Was ich aber bestimmt nicht mache, ist,  hier auf meinen persönlichen Seiten im Heftig.co Stil mit wenig Substanz und Gehalt Halbwissen in die Welt zu schleudern.

Ich finde, es muss auch anders gehen und das beweisen viele gute Blogs, die es schon gibt und bei denen ich auch kein Problem damit habe, ein paar Euro entweder per flattr zu spenden oder direkt zu zahlen, damit die Blog-Posts freigeschaltet werden. Der Trend geht eh in diese Richtung und ich finde es nur rechtens und akzeptabel, wenn Menschen, die gute Arbeit leisten, dafür auch bezahlt werden. Mich kotzt diese ich-nehm-alles-mit Mentalität sowieso an und wenn es Dir genauso geht, dann freue ich mich auf Deine Meinung dazu. Ich zeige Dir auch gern, wie Du in drei Schritten hier einen Kommentar hinterlassen kannst. :-)

Kommentare:

Frollein Ü hat gesagt…

JA! Genauso! Super gut gesagt. Dem kann ich nix hinzufügen! Spricht mir aus der Seele! GlG Anne

Jutta.K hat gesagt…

Stimmt, mir hängt das schon zum Halse raus, nervig !