Sonntag, 17. August 2014

Fernweh

Höhlenkloster in Russland
Heute kann man auf Spiegel Online einen Artikel lesen, in dem drei Menschen davon erzählen, wie das Reisen ihr Leben verändert hat. Ich las die Geschichten und prompt stellte sich eine altbekannte Sehnsucht ein - eine Art Fernweh nach einem Leben das jenseits von einem nine to five Job, jenseits von Vorgaben und Begrenzungen liegt.


Die meisten Sätze mit denen wir unsere Zwänge rechtfertigen beginnen mit "Aber". Dann folgen diverse Begründungen, warum wir dieses oder jenes nicht tun können und noch während wir das sagen, breitet sich ein seltsames Gefühl irgendwo in den Zellen der Großhirnrinde aus. Wir wissen, dass wir uns belügen. Denn wir wissen, das andere das, wovon wir träumen, einfach tun.

So geht es mir immer dann, wenn ich mir oder anderen erkläre, dass das Leben einer digitalen Nomadin, das ich eigentlich gern leben würde, nichts für mich ist, weil... und schon startet die Aneinanderreihung von Gründen. Dabei liebe ich das freie Arbeiten, das Reisen, das unterwegs sein. Es ist genau mein Ding, mich einzulassen, abseits von eingetretenen Pfaden zu wandeln und neugierig staunend wie ein Kind die Welt zu entdeckend.

Streng genommen bin ich schon ziemlich dicht dran an meinen Träumen. Ich kann relativ selbstbestimmt arbeiten, habe einen Mann an meiner Seite, der mir genügend Raum für meine Träume lässt und zähle mich zu den wohlhabenden Menschen dieser Erde, denn ich könnte mir meine Träume durchaus leisten.

Und trotzdem sitze ich hier in Berlin, statt mit der Transibirischen Eisenbahn in die Mongolei zu fahren, durch Island zu reisen, die Ostsee zu umrunden oder mit freien Delfinen zu schwimmen und darüber zu schreiben. Manchmal weiß ich wirklich nicht, worauf ich warte. Und die Ausrede: "Was sagen denn die anderen dazu, vor allem meine Kinder?", die zählt nicht, denn wenn man will, findet sich für alles eine Lösung.

Einen kleinen Schritt in die richtige Richtung habe ich übrigens schon getan. Ich habe mich für das Blog Camp von Conny Biesalski und Sebastian Canaves angemeldet um zu lernen, wie man das Blogschreiben monetarisiert - sprich damit auch wirklich Geld verdient. Nun heißt es, die Disziplin aufzubringen, um mich durch alle Lektionen durchzuarbeiten und dann werden wir sehen. Mit Sicherheit wird sich dieser Blog hier verändern, mit Sicherheit wird sich mein Leben verändern. Vielleicht bin ich eines Tages nicht mehr die, die solche Artikel liest und Fernweh bekommt, sondern die über die geschrieben wird. Das ist ein Ziel, das mir gefällt.

Wie geht es Euch mit Euren Träumen? Lebt Ihr sie? Verschiebt Ihr sie auf morgen, übermorgen, sonstwann? Was tut Ihr dafür, dass sie Wirklichkeit werden? Ich freue mich auf Eure Kommentare!

Kommentare:

MASCH hat gesagt…

Liebe Jeannette,
ich verstehe Deine Sehnsucht nur zu gut. Mir geht es ähnlich. Darum habe ich vor einiger Zeit beschlossen, mich wieder an meine Kindheit zu erinnern. So, wie ich damals war, was mich damals interessierte und was mich ausmacht. Herausgekommen ist, dass ich mich dazu entschlossen habe, mich erst einmal äußerlich zu verändern. D.h., ich will nicht im Alter zur sogenannten "beigen Fraktion" gehören. Auch einen gewissen Nonkonformismus im Denken und Handeln - den ich schon immer inne hatte - möchte ich ausleben dürfen, natürlich ohne irgend einen Menschen dabei persönlich zu verletzen. Und was soll ich Dir sagen? Es geht mir zunehmend besser dabei! Manchmal hebe ich ein wenig ab, ohne den festen Boden unter den Füßen zu verlieren...das macht Spaß! Was die Leute um mich herum über mich denken, ist mir absolut egal. Es ist ein Privileg, wenn man sich als Künstler zeitweise hinter der Kunst verstecken kann. Da wird einen viel verziehen, nach dem Motto: Ach, der ist ja Künstler, die sind eben anders! Perfekt!

So, liebe Jeannette, soviel dazu...

Ich hoffe, meine Gedanken kann man nachvollziehen. Die Deinigen kann ich für mein Teil absolut nachvollziehen!

Wünsche Dir noch einen entspannten Sonntag. Auf bald grüßt Dich ganz herzlich, MASCH.

Jeannette Hagen hat gesagt…

Danke MASCH für Deine motivierenden Worte!!!!