Montag, 25. August 2014

Fernweh III

Kreidefelsen Rügen
Meine kleine Reise ist vorbei. Nun sitze ich wieder am Schreibtisch und hänge mit den Gedanken am Meer, auf der Insel und an einer Freiheit, die keinen Raum für Einsamkeitsgefühle oder Langeweile ließ. Um es vorweg zu nehmen: Es war großartig. Auch wenn es nur kurz und auch "nur" Rügen und nicht der Dschungel im Amazonas war.


Die Tage haben mich fühlen lassen, was in mir steckt und schon immer in mir gesteckt hat: eine neugierige Abenteurerin, die Spaß daran hat, auf abseits gelegenen Pfaden das zu erkunden, was andere links liegen lassen, nur beiläufig oder vielleicht überhaupt nicht bemerken. Ich habe einmal mehr entdeckt, welche Schätze meine Heimat zu bieten hat, wie opulent die Natur sich an uns verschenkt, wenn wir nur hinschauen. Und ich durfte erfahren, dass es gut tut, allein unterwegs zu sein, dem eigenen Rhythmus, der eigenen Intuition zu folgen.

Ich war auf Rügen, auf Hiddensee und auf Ummanz. Ich bin über Feld- und Deichwege und an Steilküsten und langen Stränden gewandert, habe liebliche kleine Örtchen besucht, mich vom Wellenrauschen, vom Wind und der Seeluft betören lassen. Ich habe mit Tränen in den Augen Kindheitserinnerungen hochleben lassen, habe viel Neues entdeckt, Vertrautes wiedergefunden und abends der Sonne beim Untergehen zugeschaut.

Wie schön Rügen ist und was genau ich alles gesehen habe, darüber werde ich in den nächsten Tagen auf meinem Reiseblog ganz detailliert berichten. Was jedoch jetzt schon als Essenz für mich klar ist: Es ist wichtig seinen Träumen zu folgen und Reisen ist die Sehsucht nach dem Leben, wie Kurt Tucholsky es so schön gesagt hat.

Es geht dabei gar nicht um das Ziel. Nicht darum, irgendwo anzukommen, etwas Bestimmtes zu sehen. Für mich geht es beim Reisen darum unterwegs zu sein und mich lebendig zu fühlen. Auszubrechen aus den Gewohnheiten, dem Alltag, der Komfortzone. Mich selbst immer wieder in einem anderen Kontext wahrzunehmen, viele kleine Entscheidungen zu treffen und die Sinne für das Jetzt zu öffnen.

Für mich haben sich die Tage wie ein einziges Fließen angefühlt. Wie eine Verabredung mit mir selbst, bei der ich Schauspieler und Zuschauer gleichermaßen sein konnte. Das hat mich ausgefüllt, mich glücklich gemacht und befügelt. Schon bald werde ich wieder aufbrechen. Ich will nichts mehr verschieben, mich nicht mehr selbst vertrösten oder darauf warten, dass irgendein Umstand eintrifft, der es vielleicht leichter oder besser macht. JETZT ist der einzige Zeitpunkt, an dem wir handeln können. Wer weiß denn schon, was morgen ist. Oder, um es mit Wilhelm Busch's Worten zu sagen:


Gestern haben mein Mann und ich - jeder für sich - eine Liste geschrieben. Die Fragestellung war: "Wenn Du jetzt erfahren würdest, das du nur noch ein paar Wochen zu leben hast, worüber würdest du trauern, weil Du es noch nicht erlebt, getan, gesehen oder erledigt hast?" Ich habe diese Frage oft meinen Coaching-Klienten gestellt, wenn es darum ging, Ziele zu definieren. Meist sprudelten dann die Ideen. So auch bei uns. Und was soll ich dir sagen - bei mir (und auch bei meinem Mann) steht das Reisen an erster Stelle. Es gibt noch so viele Orte, die mich oder uns magisch anziehen. Und wenn Du mich fragst, was die letzten Tage gebracht haben, dann lautet die Antwort: Ich packe meine Koffer und der Weg wird sich zeigen.

In diesem Zusammenhang ist mir übrigens heute ein netter Reiseblog begegnet, den ich gern weiterteile: 8 Reisetipps, die Du von einem Hund lernen kannst

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