Freitag, 18. Juli 2014

Entscheidung für die Liebe

@fotolia

Ich weiß nicht, wie es Dir geht, aber mich nehmen die Dramen, die derzeit so präsent sind, die abgeschossene Maschine der Malaysia Airline, der Krieg in Syrien und der Nahost-Konflikt sehr mit. Ich kann und will nicht wegschauen. Doch die Bilder die uns all das Leid in die Wohnzimmer bringen, wühlen mich auf, lassen mich ratlos zurück.



Ich bin sicher, dass sich viele von Euch auch fragen, wie man helfen könnte. Man will nicht nur Zuschauer sein, seine Betroffenheit bekunden und gleichzeitig wissen, dass dadurch nichts anders, geschweige denn besser wird. Man würde gern hineingehen ins Geschehen, Verantwortliche zur Rechenschaft ziehen, Gerechtigkeit walten lassen, obwohl bei einigen Krisen wohl kaum noch einer weiß, was denn eigentlich gerecht wäre.

Vor kurzem habe ich ein Buch gelesen und es auch in meinem Buchblog vorgestellt. Es heißt "Ich hab Dich immer lieb!" und ist geschrieben von Scarlett Lewis, die ihren kleinen Sohn Jessie bei einem Attentat verloren hat. Mich hat die Art und Weise, wie sie ihren Schmerz bewältigt hat und wie sie heute andere Menschen inspiriert, sehr berührt. In meiner Rezension habe ich es so formuliert:  

"Scarlett Lewis zeigt uns einen Weg, der - würden wir ihn alle verinnerlichen - dazu beitragen kann, diese Welt zu einem besseren Ort werden zu lassen: "Wir alle müssen uns für die Liebe entscheiden, Mr. President!" sagt sie bei einem Treffen zu Barack Obama. Und das ist es. Weil Menschen, die geliebt werden und wirklich lieben können, keine Gewalttaten vollbringen. Weil sie nicht andere schwächen müssen, um sich selbst stark zu fühlen."

Es ist so eine simple Wahrheit, die wir immer wieder mit Füßen treten, weil wir sie für zu simpel, zu banal halten und weil sie - und das ist die andere Seite - gar nicht so leicht umzusetzen ist.
Entscheide dich für die Liebe, statt zu streiten. Entscheide dich für die Liebe, statt auf dein Recht zu pochen. Entscheide dich für die Liebe, statt andere zu verletzen. Entscheide dich für die Liebe statt zu grollen, zu schmollen, zu hetzen, zu tratschen, zu verachten, zu pöbeln. Und das Wichtigste:

Entscheide dich für die Liebe, statt dich immer wieder selbst zu verletzen und klein zu machen.

Wir alle glauben oft nicht, dass angesichts des Leids auf dieser Welt, der einfache Schritt der Selbstliebe etwas bewirken kann. Und doch bin ich mittlerweile überzeugt, dass es das kraft- und machtvollste Instrument ist, das es gibt. Kein esoterisches Geschwafel, sondern eine offene Hand, die wir jemandem reichen. Ein offenes Herz, das Wunden heilt, statt neue zu schaffen.

Kommentare:

Jutta.K hat gesagt…

Das hast du sooo schön geschrieben und ich habe direkt eine kleine Gänsehaut bekommen !
Denn du triffst den Nagel auf den Kopf.
Ich glaube allerdings schon, dass es eine Menge Menschen gibt, die gleich empfinden...aber irgendwie doch untergehen in einer Welt der Gewalt und Hoffnungslosigkeit !
Zusammen sind wir stark !
Aber ich frage mich trotzdem, wie kann ich es positiv in meiner persönlichen Umgebung realisieren?
Mir bleibt eigentlich nur das Vorleben bei meinen Kindern und meinem persönlichem Umfeld.
Das jedenfalls versuche ich, aber ist es nicht doch nur ein Tropfen auf einem heißen Stein, umgerechnet auf die gesamte Menschheit ß
Ich glaube, es wird nie Frieden und Einigkeit geben,auch wenn wir Menschen es uns sehr wünschen, unsere Geschichte zeigt es immer wieder deutlich!
Trotzdem, machen wir weiter, leben wir vor und lieben wir, machen wir Empathie zu unserem Leitfaden !
Herzliche Grüße
Jutta

Jeannette Hagen hat gesagt…

Danke liebe Jutta für diesen schönen Kommentar!