Dienstag, 10. Juni 2014

Hand in Hand

Neben all den großartigen, verrückten, komischen, anstrengenden, seltsamen, freudigen und gefühlvollen Momenten, die man im Alltag mit Kindern erleben kann, gibt es einen, der für mich zu den absoluten Favoriten zählt.


Es ist der Augenblick, wenn sich eine kleine Kinderhand in die eigene Hand schiebt und diese festhält.
Jedes Mal, wenn das passiert, steht für mich für einen Augenblick die Zeit still. Dann spüre ich die Wärme dieser kleinen Hand, die Liebe, das Vertrauen, das von ihr ausgeht. Dann spüre ich in diese Verbindung hinein, fühle, wie sich unsere Energien vermischen und weiß, dass nichts im Leben uns trennen kann, selbst wenn wir jeder am anderen Ende des Planets stehen.

Das Gute ist ja, dass ich drei Kinder habe und somit diesen Glücksmoment häufig erleben darf. Morgens, wenn ich mit meiner Jüngsten zur Schule gehe oder nachmittags, wenn ich mit der Mittleren durch die City schlendere oder sogar manchmal noch, wenn mein mittlerweile 21-jähriger Sohn mir seine Hand gibt und wir gemeinsam irgendwo entlangschlendern. Dann fasse ich zwar keine kleine Kinderhand mehr an, aber es weckt genau die Erinnerung an jene kleine Hand, die ich so oft gehalten habe, wenn wir zwei gemeinsam unterwegs waren.
Dass ich dieses Glück so häufig haben darf, bedeutet nicht, das es selbstverständlich ist. Oder, dass ich es nicht mehr so intensiv wahrnehme. Ganz im Gegenteil. Ich weiß immer mehr zu schätzen, wie kostbar diese Augenblicke sind. Unsere Kinder sind so schnell groß und erwachsen. Dann gehen sie ihre eigenen Wege, machen eigene Erfahrungen und halten vielleicht irgendwann selbst eine kleine Kinderhand in ihrer eigenen.

Ich muss nicht erwähnen, dass ich mich darauf schon freue. Irgendwann mal Oma zu sein und mich dann, wenn ich meine kleine Enkelin oder meinen kleinen Enkel an die Hand nehme, selbst daran zu erinnern, wie es war, als ich als kleines Mädchen meine Hand in die der Großmutter gesteckt habe und wusste, dass jetzt alles gut ist und mir nun nichts mehr passieren kann.


1 Kommentar:

Jutta.K hat gesagt…

Oh wie gut kann ich das nachvollziehen.
Und wie lange schon konnte ich es nicht mehr fühlen, dieses von dir beschriebene Gefühl !
Beide Töchter sind erwachsen, aber weit und breit keine Enkelkinder in Sicht. Und meine Uhr tickt, ich bin mittlerweile 64 Jahre alt.
Herzlichen Gruß
Jutta