Mittwoch, 14. Mai 2014

Hörzeit mit Jan Weiler und Janice Jakait

Wenn ich nicht gerade spazierengehe, selbst schreibe oder fotografiere, dann ist ja Lesen mein Ding. Einzutauchen in die Gedankenwelt anderer, in fremde oder wahre Geschichten oder in fantasievolle Erzählwelten, das lässt mein Herz höher schlagen. Fast noch schöner ist es allerdings, mir die Geschichten von den Autoren höchst persönlich vorlesen zu lassen und so war ich in den letzten Tagen auf zwei Lesungen, die es auf jeden Fall verdienen, hier erwähnt zu werden.



Den Anfang macht der Autor Jan Weiler, den viele unter Euch sicher von dem Buch oder dem Film "Maria, ihm schmeckt's nicht" oder von seiner Kolumne "Mein Leben als Mensch" kennen. Nun hat der Kindler Verlag eine neue Kolumnensammlung herausgebracht und Weiler tourt mit seiner Lesung in diesem und im nächsten Jahr durch Deutschland.
"Das Pubertier" so der Titel und gemeint ist seine Tochter, die fleißig vor sich hin pubertiert und die armen Eltern - insbesondere natürlich den armen Vater vor so manche Herausforderung stellt. Da ich selbst schon ein Pubertier durchgebracht habe und mir noch zwei weitere bevorstehen, habe ich an vielen Stellen der Lesung erst herzhaft gelacht und dann aber oft gedacht: "Oje, bald ist es wieder soweit."
Die Lesung selbst war extrem kurzweilig. Jan Weiler ist ein Profi, das merkt man, aber er ist als solcher trotzdem seinem Publikum noch nah genug. Damit hatte dieser Abend etwas familiäres, so als wenn man in trauter Runde bei einem Gläschen Wein sitzt und sich gegenseitig die Schauergeschichten aus dem Eigenheim erzählt. Weilers Geschichten sind Alltagsgeschichten, lustig verpackt. Er spricht Dinge aus, für die sich manch anderer schämen würde und trotzdem landet er nie bei niveauloser Blödelei oder unter der Gürtellinie. Mein Fazit also: Hingehen lohnt sich!
Hier die aktuellen Tour-Daten: Jan Weiler

Die zweite Lesung führt uns aufs Wasser. Genauer gesagt auf den Atlantik, den Janice Jakait ganz allein mit einem Ruderboot überquert hat. Vielleicht hast Du meine Rezension zu ihrem Buch "Tosende Stille", welches der Scorpio Verlag im März diesen Jahres veröffentlicht hat, schon gelesen. Wenn nicht, dann sage ich es an dieser Stelle noch einmal: Dieses Buch war für mich ein absolutes Lesehighlight. Umso mehr habe ich mich gefreut, die Autorin nun einmal persönlich zu erleben, ihre Geschichte und vieles, was sie bewegt hat und auch heute noch bewegt, aus ihrem Mund zu hören. Für mich war der Abend aus zwei Perspektiven heraus sehr spannend. Zum einen, einer Frau zu begegnen, die so eine außergewöhnliche Leistung vollbracht hat, den Mut hatte, alles hinter sich zu lassen und die sich zwischen meterhohen Wellen, Containerschiffen, Wetterkapriolen und eigenen Befindlichkeiten auf die Suche nach sich selbst begeben hat. Das zweite war, das ich einfach gespannt war, wie es ist, die höchst komplexen und dichten Gedankengänge von Janice Jakait nur zu hören, statt sie selbst zu lesen. Mein Fazit: Beides war eine Freude. Ich habe eine Frau erlebt, die wirklich etwas zu erzählen hat - weit mehr als nur das Abenteuer auf dem Ozean und gleichzeitig war es ein Hörgenuss, weil die Phantasie und die Kopfbilder förmlich auf den Wellen tanzten. Auch hier kann ich nur sagen: Hingehen lohnt sich. Tour-Daten für die Lesungen gibt es bisher nur einige, aber wenn Ihr Janice Jakait auf ihrem Facebook-Profil folgt, dann seid Ihr immer auf dem Laufenden.

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