Freitag, 18. April 2014

Frühling-Sommer-Herbst-Winter - Reisepläne

Vor ein paar Wochen habe ich über den sehr inspirierenden Vortrag von Barbara Sher geschrieben. Du erinnerst Dich vielleicht, dass ich erzählt habe, dass ich auch zu den Scannern gehöre. Zu denen, die das Gefühl haben, dass ein Leben gar nicht ausreicht, um all die Pläne zu verwirklichen, die in meinem Kopf so hin und her schwirren und vehement auf Verwirklichung drängen. Barbara Sher hatte dafür einen gleichwohl simplen, wie auch überzeugenden Rat.


"Nimm Dir ein großes Blatt und unterteile es in sechs Spalten, die jeweils ein Jahr repräsentieren. Diese Jahre unterteilst Du wieder in vier Spalten, die Du mit Frühling, Sommer, Herbst und Winter benennst. Und dann machst Du Dir eine große Liste mit all den Dingen, die Du verwirklichen willst. Hast Du die Liste fertig, dann überlegst Du Dir, in welchen Zeitraum Du die einzelnen Pläne legen möchtest."

Wunderbar. Für mich - die Pläne grundsätzlich verabscheut - war das wie eine Offenbarung. Das klingt sicher für planend denkende Menschen völlig absurd. So nach dem Motto: Ist doch ganz klar - wenn ich irgendetwas will, dann schreibe ich mir auf, wann und wie ich es verwirklichen will. Glücklich seid Ihr, Ihr planenden Menschen, kann ich da nur sagen.
In meinem Kopf läuft das nämlich leider anders ab. Da treffen zirka 100 Pläne gleichzeitig aufeinander, die sich nicht so leicht in Kategorien oder Prioritäten einordnen lassen. Da konkurriert die Reise nach Island mit dem Wunsch, einen Garten in Brandenburg zu bewirtschaften und der Plan, eine komplette Ostseeumrundung zu organisieren, mit der Vorstellung, den Schul- und Kiezverein in Wilmersdorf tatkräftig zu unterstützen. Gleichzeitig neben all den vielen anderen Plänen wie: Sprachkenntnisse vertiefen, kreativer sein, einen Kurs für Streetart und Sandskulpturen belegen, endlich dem Kochen und Backen mehr Zeit widmen und natürlich - nicht zu vergessen - mit der ganz alltäglichen Arbeit, die da heißt: Blogs schreiben, Bücher planen und realisieren und und und. Puhh...

Seltsam, dass da jemand kommen muss, um mir zu sagen: "He, es geht gar nicht anders. Um dieses Chaos zu händeln, brauchst Du einen Plan." Aber so ist es. Selbst bin ich nicht auf die Idee gekommen, denn das ist ja die Krux bei Menschen, die so ticken, wie ich. Wir meinen, das Pläne sofort den Ideenreichtum und die Kreativität einschränken, im schlimmsten Fall sogar killen.

Aber Gott sei Dank bin ich ja lernfähig.
Also, was habe ich heute gemacht? Neben Hochzeitsplänen, die das große Ereignis strukturieren, das Ende Mai für mich ansteht? Ich habe eine Liste mit all den Orten erstellt, die ich gern besuchen würde. Riga, New York, Island, Irland, das Baltikum, die Masurische Seenplatte, Californien, Russland, Barcelona, Lissabon, die Bretagne, Rom, Wales, Buenos Aires, die Nord-West-Passage. Ich bin einfach gern unterwegs und es schält sich immer mehr heraus, dass der Name "Die Spaziergängerin" kein Zufall ist.
Warum die Wünsche also auf Eis legen? Ich werde es genauso tun, wie Barbara Sher es empfohlen hat. Ich werde einen Flipchart-Bogen nehmen, ihn unterteilen und all die Ziele auf die Jahreszeiten verteilen. Warum weiter aufschieben? Warum damit auf den günstigen Moment warten? Die Erfahrung lehrt doch, dass der nie kommt. Also ran an das Leben und an die Welt.
Auch Du, selbst wenn Du kein Scanner nach Barbara Shers Kategorie bist.
Mach doch mit, denn auch Du hast sicher Pläne, die schon lange in irgendeiner Schublade in Deinem Kopf vor sich hindämmern und nur darauf warten, verwirklicht zu werden. Oder?
"Tu es!", wie Starsky in dem wunderbaren Remake von "Starsky and Hutch" sagt. "Tu es!", denn der Augenblick war nie großartiger, günstiger oder besser als genau JETZT.
Mein nächster Trip geht übrigens nach Riga. Gar nicht mehr lange hin und ein ganz alter Traum.

Ich wünsche Dir von Herzen schöne Osterfeiertage. Genieße sie im Kreis Deiner Lieben, in der Natur oder an einem anderen Ort.

Keine Kommentare: