Freitag, 14. März 2014

Leipzig - ganz Buch

Blick in die Halle "Manga Convention"
Alle Jahre wieder öffnet im März die Leipziger Buchmesse Türen und Tore für Leseratten, Buchliebhaber, Verlagsmenschen, Autoren, Manga-Künstler, Manga-Fans, Selbstverleger, Indie-Autoren, Prominente, kleine und große Leute - eben für alle, die so wie ich, Bücher lieben.


Wer meinen Blog schon ein wenig länger verfolgt, hat vielleicht noch meinen Buchmesse-Eintrag vom letzten Jahr in Erinnerung. Meine Freude über den Moment, wenn ich aus dem Pressebereich kommend, zum ersten Mal eine der großen Hallen betrete und ein wohlvertrautes Grundrauschen die Stille ablöst. Großartig! Allein dafür lohnt sich die Fahrt nach Leipzig.

In diesem Jahr war ich fast privat dort, kann man sagen. Ohne Verpflichtungen, dafür mit ein paar netten Verabredungen und viel Zeit, mir Verlagsprogramme und Neuveröffentlichungen anzuschauen. Zu entscheiden, welche Bücher ich rezensiere, welche ich einfach nur lese und zu welchem Verlag ich mit dem, was ich schreibe, passen könnte. Klingt nach Schlendern? Ja, das war es.

Und dafür ist Leipzig wirklich richtig gut. Ich weiß, die Buchmenschen - die Verleger, Verlagsmitarbeiter, Buchhändler - die schätzen Frankfurt mehr, weil es dort mehr ums Geschäft geht. Das geht es in Leipzig zwar auch und trotzdem ist Leipzig mehr eine Messe für das Publikum.
Zum Teil natürlich wegen der Mangas, die für viel Aufsehen sorgen, zum Teil aber auch, weil die Leipziger Buchmesse eine ganz traditionelle "Ost-Messe" ist und das spürt man.

Für mich ist es vertraut. Und für die Menschen, die aus dem näheren Umland kommen, aus Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen - für die ist Leipzig mit seinen Büchern einfach alle Jahre wieder eine Institution. Ob die Rentner mit ihren Rollköfferchen, die Prospekte und Give-aways einsammeln, die Jugendlichen, die die kunstvollen Verkleidungen der Manga-Menschen begutachten, die Schulklassen, die schnattern und wirklich interessiert durch die Hallen rennen oder in Kinderbuch-Leseecken sitzen und schmöckern, die Buchmenschen, die an den Verlagsständen sitzen, Kekse essen und Verträge aushandeln, die vielen Lesebühnen, die Zuschussverlagsstände, bei denen jedes Manuskript willkommen ist und und und  - die Leipziger Buchmesse versprüht einen ganz eigenen Charme, den ich als Besucher sehr schätze.

Ich mag es, durch die Hallen zu schlendern, Bücherwürmer zu beobachten, Bücherluft zu riechen, mich zwischendurch in einen der Höfe zu setzen, mir die Sonne ins Gesicht scheinen zu lassen, mich an eine Lesung anzuschleichen, ein paar Wortfetzen einzufangen und hier und da Bekannte zu treffen und kurz zu plaudern.
Und irgendwann wieder abzufahren und mich garantiert zu verfahren, weil das Leitsystem nicht optimal beschildert ist. Aber auch das gehört zu Leipzig und ich mag es. Vor allem, weil ich mich jedes Mal anders verfahre. So hat mich heute mein "falscher" Weg erst in einen Stau und dann an einem riesigen roten Gebäude mit einer FKK-Saunalandschaft vorbeigeführt. Ich musste schmunzeln, denn das ist das Leben, das ist Leipzig und so entstehen Geschichten.

Bis zum nächsten Jahr!

Im Vorbeigehen gesehen - die "Literatwo's" Bianca und Arndt im Gespräch
Dunklsüß - der Stand der deutschsprachigen Lolita -Community


Mangas
Das Magazin für Kenner - DDR Tradition

Keine Kommentare: