Freitag, 11. Oktober 2013

Ein Hoch auf das Genre der Short Story

Fischer Taschenbuch 2007
Mit dem diesjährigen Literaturnobelpreis wurde endlich mal wieder ein Literaturgenre geehrt, das in den letzten Jahren auch von den Lesern ziemlich stiefmütterlich behandelt wurde. Die Short Story.


Bewegt man sich als Autor in diesem Fach, kann man im Grunde nur überleben, indem man viele andere kleine Brotjobs erledigt. Sich mit Schreibwettbewerben, in denen die Short Stories gang und gäbe sind, über Wasser zu halten, ist fast unmöglich und klopft man bei Verlagen an, erntet man den berüchtigten Satz: "Kurzgeschichten laufen nicht."
Schade.
Denn es ist eine hohe Kunst, auf knappen Raum Geschichten so zu erzählen, dass sie funktionieren. Dass der gesamte Aufbau, der sich auch in einem Roman finden lässt, auf wenigen Seiten verpackt wird. Als Autor kann man sich nicht episch ausbreiten, seitenweise den Landstrich beschreiben in dem sich der Protagonist bewegt oder die Liebesszene um Spanung aufzubauen, in die Länge ziehen. Short Stories sind ein Konzentrat. Sie sind die Essenz. Sie sind schnell. Sie sind kraftvoll. In einer Short Story können zwei Sätze mehr sagen, als ein ganzer Roman.
Eigentlich ist es ein wenig verwunderlich, dass Kurzgeschichten es in der heutigen Zeit, in der alles von der Geschwindigkeit und der Kürze lebt, so schwer haben. Ich wünsche und hoffe, dass sich das mit dem Literaturnobelpreis für Alice Munro ändert. Ich selbst kenne ihre Geschichten noch nicht, werde diese Lücke aber mit Freude schließen. Und ich werde mich auch mal wieder hinsetzen, um eine Kurzgeschichte zu schreiben. Schließlich hat damit alles angefangen.

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