Donnerstag, 5. September 2013

Sie atmet!

Als ich heute morgen bei meinem Streifzug durch die Medienlandschaft...
Nein. Stopp. Diese Geschichte muss anders anfangen. Nochmal zurück auf Anfang.

Ich sitze auf meinem Bett, die Balkontür ist offen, sodass die Straßengeräusche selbst durch die Kopfhörer, die in meinen Ohren stecken, noch wahrnehmbar sind. Jamie Cullum singt vom Gran Torino, die Melodie und seine Stimme wärmen mein Herz wie die spätsommerlichen Sonnenstrahlen, die durch das Fenster scheinen, mein Gesicht wärmen.
Ein schöner Moment. Friedlich, erfüllt. Alles ist da. Ich fühle mich vom Leben reich beschenkt, geliebt und getragen. Ein Moment in dem es mir mühelos gelingt, nichts zu wollen, nichts zu erwarten, sondern einfach nur zu sein, zu fühlen und zu atmen.
Mein Laptop liegt auf meinen Oberschenkeln und als ich die Startseite von Spiegel-Online wie gewohnt im Schnelldurchlauf durchscrolle, bleibt mein Blick an einer Headline hängen.
"Die Erde atmet" und weiter "Ein neuer Satellitenfilm zeigt, dass unser Planet zu atmen scheint wie ein Lebewesen" 
Ich lehne mich zurück und muss lächeln. Natürlich atmet sie. Natürlich lebt sie. Man kann sogar im Gleichklang mit der Erde atmen, sich von dem Rhythmus tragen lassen, so wie es unsere Vorfahren gemacht haben, die keinen Satellitenfilm brauchten, um zu wissen, dass die Erde sehr wohl ein lebendiges System und kein unerschöpflicher Rohstofflieferant wie der Lebensmittelladen um die Ecke ist.
Während ich das schreibe, hat sich mein Hund neben mich auf den Boden gelegt. Ich kann sehen, wie sein Körper sich hebt und senkt, dann schiebt er seinen Kopf noch ein Stückchen weiter hin zu dem Sonnenstreifen, der vom Balkon bis zum Bett über dem Boden liegt. Sein ohne Zweck, denke ich, wie wunderbar. Und während er einen tiefen Atemzug nimmt, tue ich es ihm gleich und sicher atmet die Erde in diesem Moment auch tief ein, tankt auf um uns weiter zu versorgen, zu nähren und uns eine Heimat zu geben. 

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