Freitag, 22. März 2013

Es lebe die Disko-Mucke

Heute morgen hatte ich einen wahrhaft göttlichen Moment. Er begann damit, dass ich nach einer Hunderunde mit Sonne und Stöckchenspiel ins Auto stieg, das Radio anstellte und Michael Jackson aus den Boxen trällerte. Das allein macht noch keinen göttlichen Moment, aber es ging ja weiter. Dieses Lied erinnerte mich zugebenermaßen auf den ersten Blick völlig zusammenhanglos an den Autor Max Goldt und eine Geschichte, in der er beschreibt, wie er darum gebeten wird, ein Vorwort für ein Buch beizusteuern.

Das wiederrum zog in meinem Kopf die Assoziation nach sich, dass ich vor ein paar Tagen auch gebeten wurde, etwas in meinem Blog zu posten, was mich wiederum an einen richtig coolen Abend in der Max-Schmeling-Halle erinnerte, an dem fünf Bands, die mir mit ihrer Musik meine Jugend gerockt haben, auf der Bühne standen und ihr Bestes gaben.
Damit war ich wieder bei Musik angelangt, der Gedankenkreis schloss sich und ich musste schmunzeln.
Über die seltsamen Pfade, auf die unser Gehirn uns leitet, über die Absurdität von Erinnerungen und überhaupt über dieses verrückte Leben, durch das wir alle stolpern und zwar immer auf der Suche nach solchen kleinen Glücksmomenten, wie ich sie in diesem Augenblick hatte.
Das Schöne war - es war so ein profanes Glück. Einfach nur da zu sein, zu wissen, dass ich gleich darüber schreiben kann, zu wissen, dass Du das liest und Deine Gedanken Dich auch auf Pfade leiten. Zu wissen, dass wir alle auf einer riesigen Kugel durch ein unvorstellbar gigantisches Weltall sausen und doch eigentlich nichts von Bedeutung ist und ich trotzdem glücklich sein kann. Dass es wahrscheinlich sogar der einzige Sinn ist, warum wir hier sind.

Das war der Anfang der Geschichte und nun zu Max Goldt und der Bitte. Ehrlich gesagt weiß ich nicht mehr, wie es bei ihm ausgeht, ob er schrieb oder nicht. Ich weiß nur, dass ich bei der Anfrage, ob ich mal etwas poste, gleich zugestimmt habe, obwohl ich normalerweise keine Werbung hier auf diesen Blog nehme.
Aber es passte eben zu dem, was ich Dir sowieso erzählen wollte, nämlich zu besagtem Abend in der Max-Schmeling-Halle. Dort standen wir, die Generation 40+, vereinzelt ein paar 50-er oder 60-er. Allen sah man deutlich die Spuren an, die das Leben schon hinterlassen hatte. Manch einer sah müde aus, vom Tag, vom Leben, hielt sich an seinem Bier oder seinem Cocktail fest, schaute eher gelangweilt zur Bühne, tippte auf dem Smartphone. Manche Frauen hatten sich auf jung getrimmt, sich Zöpfe geflochten oder sich in zu enge Jeans gepresst. Es war wirklich ein berührender Anblick. Ich habe mich gefragt, wie viele Träume, wie viele Hoffnungen und Wünsche all diese Menschen schon aufgegeben haben, habe dann bei mir selbst geschaut und mich im Spiegel der anderen betrachtet.
Und dann kam Chic auf die Bühne. Ein cooler Nile Rodgers und mit ihm der Sound und der Groove der 70-er Jahre. "Le Freak", "Good Times" es folgte ein Kracher nach dem anderen und ich konnte zusehen, wie sich das Publikum um mich herum verwandelte. Das war so ein grandioser Wandel, es war so schön zu beobachten wie das Feuer, das Leuchten in die Gesichter zurückkehrte. Wie plötzlich die Jugend mit all ihren Freiheiten, mit ihrer Wildheit und Unbekümmertheit so greifbar nah war. Niemand saß mehr in den Rängen, alle tanzten, groovten und waren für diesen Abend wieder die gierigen Jungs, die das Leben auskosten wollen oder die jungen Mädchen, die selbstbewusst und verantwortungsfrei der Zukunft entgegentanzen. 
Mag sein, dass das alles pathetisch klingt, aber für mich war es schlichtweg ergreifend  und damit komme ich jetzt auch langsam zum Ende und zu der Bitte, die ich mit Freude erfülle, denn das folgende Video führt Dich auch zurück in die 70-er. Zurück in die Disko-Zeit, zurück zu Ilja Richter und seinem legendären "Licht aus! Spot an! Und da sind sie...!"  und ich wünsche Dir beim Zuhören genau diesen grandiosen Moment.
Lass es für ein paar Minuten krachen, erinnere Dich, leg Deine Verantwortungen für einen Augenblick ab, steh auf und tanze. Allein, mt Deinem Mann, Deinen Kollegen, mit Deinen Kindern, mit Deinem Hund und freue Dich einfach über Dein Leben!

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