Samstag, 16. März 2013

Bücher, Bücher, Bücher

Die Leipziger Buchmesse hat ihre Tore geöffnet. Gestern war ich dort und habe mich einmal mehr von meiner großen Faszination für das geschriebene und gedruckte Wort einfangen lassen.
In Leipzig gibt es für mich jedes Jahr aufs Neue einen ganz besonderen Moment. Wenn ich nach der Akkreditierung den langen Gang vom Kongresszentrum Richtung Messehalle gehe, in den Tunnel abbiege, der mich zur Messehalle führt und anschließend eine der großen glasüberdachten Hallen betrete - erst dann bin ich wirklich da.
Denn plötzlich ändert sich schlagartig der Geräuschpegel. War vorher noch alles gedämpft und fern, bin ich plötzlich mittendrin, umgeben von einem lautem Grundrauschen, das an das geschäftige Treiben in einem Ameisenhaufen erinnert. Ein wunderbarer Augenblick. Ich muss immer stehen bleiben, lasse meinen Blick über das quirlige Durcheinander schweifen und freue mich, dass ich ein Teilchen dieses Gewusels bin.
Anders als sonst, bin ich gestern zunächst ganz zielgerichtet durch die Hallen gelaufen. Ich hatte ein paar Termine mit einigen Verlagen, die mir für meine journalistische Arbeit Rezensionsexemplare ihrer Neuerscheinungen zur Verfügung stellen. In den Gesprächen und beim Blättern durch die Kataloge fiel mir auf, dass es immer weniger Verlage gibt, die mit einem ganz klaren Programm auftreten. Viele Verlage sind mittlerweile selbst wie ein B(a)uchladen, mit einem vielseitigen Programm, was sie allerdings auch schrecklich austauschbar werden lässt. Wo bin ich gerade? Bei Heyne, Piper, dtv oder campus?
Ich weiß nicht, ob das der richtige Weg ist, in diesen Zeiten zu bestehen. Man merkt der Buchbranche an und das war auf der Messe deutlich für mich zu spüren, dass sie sich gerade selbst sucht. Auf mich wirkte alles ein wenig chaotisch und unstimmig. Viele der Verlagsmenschen repräsentieren nach wie vor ein etwas steifes und angestaubtes Image, was so gar nicht in unser modernes, digitales und schnelles Zeitalter passen will und man muss sich als Besucher schon fragen, wie lange Nostalgie noch trägt. Der Buchmarkt wird sich verändern, so wie sich auch die Zeitungslandschaft weiter verändern wird. Ich glaube, da stehen wir erst am Anfang einer Entwicklung, die bisher keiner so richtig absehen kann. Und darin liegt wahrscheinlich auch wieder die Chance für neue Ideen.
Aber abgesehen davon - ich liebe es, mich durch die Reihen treiben zu lassen, Worte, Cover oder Menschen zu treffen und zu entdecken, die mich zu eigenen Gedanken inspirieren - insofern war der Besuch gestern ein großer Gewinn.

1 Kommentar:

literatwo hat gesagt…

Und es war super schön dich zu treffen!!!