Freitag, 15. Februar 2013

Bald...

Nach einer anstrengenden Woche mit vielen kleinen und großen Aufregern, achterbahnfahrenden Emotionen und Ambivalenzen sehne ich mich nach einem Ausgleich.
Oft gibt mir ein Spaziergang im Wald oder im Park ein wenig Balance zurück. So auch heute. Vor allem als ich, versteckt hinter Büschen und unter Laub und Schnee, die ersten Frühblüher entdeckt habe. Der beginnende Frühling ist für mich stets aufs neue die Assoziation für Wandlung. Weit mehr als es die anderen Jahreszeitenwechsel sind.

Noch bevor das Eis von dem kleinen See im Park vor der Haustür getaut ist, sehe ich mich schon auf einer Decke oder einer Bank in der Sonne sitzen. Alles, was mich jetzt noch beschäftigt, ärgert oder aufregt, schmilzt mit dem letzten Schnee dahin. Die bleiernde Müdigkeit, die mich an manchen Wintertagen unbeweglich hat werden lassen, fliegt mit den Frühjahrsstürmen davon und  Schwalben, Störche und Kraniche bringen von weit her Antworten auf die vielen Fragen, die mich gequält und beschäftigt haben mit.
Noch sehne ich mich nach der Leichtigkeit, die in wippenden Zweigen sitzt, die die Knospen aufplatzen lässt und aus einem matschigen, grauen Boden eine bunte Blumenwiese zaubert. Bald ist sie da. Lässt mich aufatmen, auftanken, euphorisiert mein Gemüt. Ich freue mich auf lächelnde Gesichter, in die freundliche Gelassenheit zurückgekehrt ist, weil sich die Nackenmuskulatur entspannen darf, denn die Wärme lässt zu, dass die Schultern nicht mehr an den Ohren kleben müssen. In meiner Fantasie sitze ich mit einem guten Rosé oder Rießling abends auf meinem Balkon, höre dem Amselhahn zu, der nach seiner Liebsten ruft, lausche den Geräuschen der Großstadt und dem Kichern der Kinder, die noch auf dem Spielplatz toben, weil die Tage wieder länger sind. Ich schaue in zwei Augen aus denen mich der Schalk anblitzt und in denen die Liebe und die Frühlingslust glitzern, während im Hintergrund "I am kloot" davon singen, dass "This days are mine" sind.


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