Samstag, 10. November 2012

Live von der "Schriftgut" in Dresden

Was haben Hamburg und Dresden gemeinsam? Sie liegen beide an der Elbe und so liegt es nah, einen Saal, der auf dem Messegelände Dresden liegt und für drei Tage Teil der Schriftgut, der 1. Literaturmesse Dresdens ist, auch Hamburg zu nennen. So der Einstieg.

Ich sitze also im Saal Hamburg, trinke einen Sächsischen Grauburgunder, lasse mich vom Poetry Slam berauschen, von dem ich neulich in der Süddeutschen gelesen habe, dass er zu unterhaltungskonform, zu gefällig geworden und keineswegs mehr politisch und aufrüttelnd ist.
"Mein kleines Nerd Mädchen" höre ich gerade und es fällt mir schwer, dem Text zu folgen, weil der Darsteller unglaublich schnell für die kompakte Wortdichte spricht, was wohl ein Merkmal des Poetry Slam ist. Textfetzen, die zu mir durchdringen sind sehr gut, ebenso wie die Messe an sich.
Die "Schriftgut" ist eine Literaturmesse zum Anfassen. Wer je auf der Leipziger Buchmesse, oder in Frankfurt war und Atemprobleme, klaustrophobische Anfälle und Fußschmerzen bekommen hat, der wird die Lockerheit dieser Messe schätzen. Klein aber fein ist wohl die passende Metapher.
Literatur und Bücher zum Anfassen. Autoren, Verleger, Blogger, Fotografen, Künstler, Buchdrucker, Antiquariate - ein buntes Potpourri, das bei den Besuchern gut ankommt.
Begleitet wird die Messe höchst modern via Social Media von den Literatwo Bloggern Bianca und Arndt. Sie schicken sogar kleine "Messe-Reporter" durch die Räume, Kinder, die Freude daran haben, die Messe und die Stände zu erkunden.
Wer Lust hat, mehr zu sehen, der kann auf Facebook alles live verfolgen.
Momentan wird auf der Bühne von Romantik gesprochen und davon, dass die Liebe wie Leitungswasser schmeckt. Nein, das ist nicht politisch, auch nicht aufrüttelnd aber trotzdem toll. Es zeigt die große Breite und die Vielfalt, die Literatur heute bietet. Goethe würde es gefallen, da bin ich mir sicher. Romantik ist was für Warmduscher...so der O-Ton von der Bühne.
Wer hätte vor einigen Jahrzehnten gedacht, dass die Bastion der intellektuell geprägten Buchbranche aufbricht und heute das zeigt, was eigentlich in ihr steckt. Unendliche Vielfalt.
Auf der Bühne geht es gerade um Ornanie und um Vornamen.
Mein Glas ist leer, ich packe meine Sachen zusammen und freue mich. Über die Worte, meine eigenen Gedanken, über diese gelungene Messe und darüber, dass ich Teil dieses quirligen Literatur-Betriebes bin.

Noch angemerkt: Heute und morgen kann mein Kurzgeschichtenband "Die Spaziergaengerin.com" kostenlos bei amazon heruntergeladen werden. Viel Freude beim Lesen!

(Der Poetry Slam kam von Tillmann Döring und David Grashoff)




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