Samstag, 13. Oktober 2012

Eine Liebeserklärung

Hatte ich es schon erwähnt? Ich bin ein großer Fan der Ostsee. Ein sehr großer.
Vielleicht liegt es daran, dass sie für mich von Berlin aus schnell zu erreichen ist. Daran, dass ich als Kind schon meine Ferien dort verbracht habe. Daran, dass die Meerluft so gesund ist.
Ja, vielleicht  mag all das eine Rolle spielen. Aber so richtig trifft es nicht den Kern.

Die Wahrheit liegt tiefer. Sie ist archaischer. Sonst könnte ich dasselbe Gefühl auch am Atlantik oder an der Nordsee haben. Habe ich aber nicht.
Kennst du das? Du kommst an einen Ort und fühlst dich sofort mit diesem Platz verbunden? Du musst nicht nachdenken, nichts einrichten, nichts schön haben, sondern bist heimisch, verwurzelt, angekommen, aufgewühlt, freudig, glücklich, selig und fühlst dich einfach nur saugut? Egal ob die Sonne scheint, der Regen peitscht, die Kälte sich in dein Gesicht frisst oder dir der Wind um die Ohren fegt?
So geht es mir, wenn ich an der Ostsee bin. Jedes Mal. Kein fernes Land, kein Berg, keine Stadt hat mir je dieses Gefühl geschenkt.
Ich laufe den Dünenweg hoch und irgendwann taucht sie auf. Mal tiefblau, mal graugrün, mal nebelverhangen. Die Dünen, der Sand, die Bunen, die Steilhänge, das unverwechselbare Licht, der Geruch nach Schlick, nach Salz und Weite, die am Ende doch nicht so weit ist, dass man sich in ihr verloren fühlen könnte.
Ich kenne Menschen, die finden die Ostsee poplig. Ein kleines Binnenmeer, das nicht einmal ordentliche Wellen hat. Das an seinen Promenaden und Küstenorten hier und da noch ostig ist, oder piefigen 70-er Jahre West-Schick versprüht. All das stimmt. All das stört mich aber nicht. Meine Liebe geht tiefer. Aber das hatte ich wohl schon erwähnt.

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