Dienstag, 2. Oktober 2012

Ein seltsames Gefühl

Heute komme ich mir seltsam vor. Um mich herum scheint nur eins Thema zu sein - der Tod von Dirk Bach. Ob auf Facebook, in den Zeitungen, auf Online-Portalen, auf Twitter, in Privatgesprächen.

Ich mochte Dirk Bach nicht. Darum auch das seltsame Gefühl. In mir gibt es keine Traurigkeit und das fühlt sich inmitten von traurigen Menschen komisch an. Noch dazu macht es ein schlechtes Gewissen. "Du musst doch betroffen sein!" versucht mir mein Gewissen einzureden und dann werde ich still und suche in mir nach einem Gefühl. ...Nichts. Keine Regung. Vielleicht ein wenig Scham, weil ich nichts finde.
Meine erste und letzte Begegnung mit Dirk Bach hatte ich während einer Sesamstraßen-Sendung. Er war als König verkleidet und folgte brav der Regie-Anweisung alle zwei Minuten "Pompös, grandiös!" zu rufen und dabei sein Zepter zu schwingen. Das ging mir so auf die Nerven, dass ich von diesem Tag an, immer wenn er irgendwo im Fernsehen auftauchte, umgeschaltet habe. Konsequent. Und ich oute mich - ich habe selbst um das Dschungelcamp einen riesigen Bogen gemacht, weil ich es überhaupt nicht witzig fand.
Und nun stehe ich da und kann nicht mitreden. Kann nicht einstimmen in die Trauer und das Klagen über den großen Verlust. Und fühle mich irgendwie allein, weil ich offensichtlich einen anderen Humor habe, oder den Mensch Dirk Bach nicht verstanden habe, so wie all die anderen. Wirklich - ein seltsames Gefühl.

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