Mittwoch, 24. Oktober 2012

Brutalstmöglich boah ej...

Eigentlich wollte ich heute über Lance Armstrong schreiben. Darüber, dass es mich freut, dass man ihn für das Doping bestraft, dass ich mich aber gleichzeitig frage, warum man nicht gleich alle anderen Profi-Radfahrer mitbestraft, da doch eigentlich jedermann ahnt, dass derartige Leistungen ohne gewisse - na du weißt schon - Unterstützung kaum möglich ist. Das betrifft natürlich auch andere Hochleistungssportler. Im Grunde ist es doch immer nur die Frage, wer gerade die Nase vorn hat, die Mittelhersteller, weil sie geschickt und zielorientiert mixen, oder die Kontrolleure, weil sie wissen, wonach sie suchen müssen.
Aber lassen wir das, denn es verblasst vor dem besonderen Schmuckstück journalistischer Formulierungskunst, welches mir gestern Abend bei einem Streifzug durch die Presselandschaft buchstäblich brutalst ins Auge stach.


"Dicke Kinder erfahren brutalstmögliche Ablehnung" titelte die Berliner Morgenpost auf ihrer Online-Ausgabe.

Boah, lieber Verfasser, det haste ja man ordentlich knackig formuliert. Brutalst ej. Is schon 'n Ding, det mit die fetten Gören. Brutalst. Und ick gloobe, so überhaupt die dicken Leute, det sind am Ende ooch die, die nich ordentlich sprechen können. Weil, ick meene, wie sollnse det ooch lernen, wenn keener mit se redet. Jut, det wa die Morjenpost haben, denn könnse wenigstens lesen. Und vor allem verstehn se denn wat, weil ja dort in ihre Sprache jeschrieben is. Wobei - eijentlich könnten wa die Berliner Morjenpost ooch abschaffen, steht eh nüscht andret drin, als inne Bild.  Vielleicht liecht det daran, det bei die Verlage vorne und hinten brutalst jespart wird und det immer mehr Unjelehrnte schreiben und ooch keener mehr so richtig kontrolliert, wat da jeschreiben wird. Vielleicht isset aber ooch nich mehr so wichtich und ick sollte mir mit meinem Block in Zukunft ooch nich mehr sone Mühe jeben. Brutalstmöglich verschwendete Zeit. Oder?

1 Kommentar:

dieter759 hat gesagt…

Hallo Jeanette,
danke, dass Du Dich auf meiner Leseliste eingetragen hast. Deinen Blog finde ich hochinteressant und ich werde sicherlich ab und an etwas kommentieren. Da Du meine 50. Leserin bist, werde ich einen eigenen Post darüber schreiben (wann ich das schaffe, weiß ich noch nicht genau).

Gruß Dieter