Montag, 6. Februar 2012

Ostsee im Winter

Der eiskalte Wind beißt sich in meine Haut. Das Meer rauscht und schäumt, gleichwohl es durch die Kälte langsamer als sonst an die Küste rollt. Eiskristalle haben das Wasser in einen wabernden Brei verwandelt, der mit jeder Welle einen weiteren Eisstreifen am Ufer zurück lässt. Ein wenig erinnert der Anblick an eine Margarita, die beim Mexikaner in großen Plastikbottichen von einem Quirl bewegt wird. Mexiko, Sonne, Wärme und eine eiskalte Margarita.
Steine, Muscheln und Sand sind unter Eis und Schnee begraben. Die tiefstehende Sonne überzieht alles mit einem rotstichigen Zauber, verwandelt die Wolken in Zuckerwatte aus Kitsch.
Langsam spaziere ich am Strand entlang. Höre in Gedanken die Geräusche des Sommers. Das Lachen der Kinder, das Klackern der Segelboote, wenn die Karabiner mit dem Wind an die Masten schlagen, Stimmen, Rufe, die über das Wasser getragen werden.
All das liegt in weiter Ferne. Heute gibt es nur das Rauschen des Windes, die eiskalte See und meine Gedanken.
Ich schiebe die Hände tiefer in die Manteltaschen, den Schal höher, damit er noch die Nase bedeckt und sauge all das, was mich umgibt, tief in mich ein, weil ich weiß, dass es dort angekommen, mein Herz und meine Seele wärmt. 

Kommentare:

Susanne hat gesagt…

Die Ostsee ist in diesen eiskalten Tagen wohl einer der schönsten und aufregendsten Plätze. Und einer der kältesten. Habe mich gerade auch dort herumgetrieben und fotografiert. So schön es ist, die Kälte ist fast nicht zu ertragen. Hast die Stimmung wunderbar eingefangen.

Motzi hat gesagt…

ach wieder gefunden hab hab früher unter rabenflug gescvhrieben

zeder hat gesagt…

Ich liebe die See im Winter...
Grüße, uwe-jens

Motzi hat gesagt…

total schön das bild..