Montag, 3. Oktober 2011

Von Feiertagen, die keine sind

Wie verdirbt man sich erfolgreich einen freien Tag?
Grundsätzlich natürlich zunächst einmal mit Arbeit. Denn damit verliert der Tag ja  schon mal dieses wunderbar klingende Vorwörtchen frei, das Müßiggang und Wohlsein verspricht.
Trotzdem, was sein muss, muss sein, also hatte ich mir nach einem sehr schönen Wochenende an der Ostsee für heute "Arbeit" in den Kalender geschrieben.
Angesichts des sommerlichen Wetters bin ich dem dann
- zugegebenermaßen etwas missmutig - auch gefolgt. Aber was soll's, habe ich mir innerlich gesagt, das Gefühl, etwas geschafft zu haben, kann ja auch beglücken. Ähnlich vielleicht sogar, wie ein Cappuccino in einen netten Straßencafé, mit Zeitung, Sonne und Feiertagsflair. Na ja.
Jedenfalls, nachdem ich nun brav am Schreibtisch saß, passierte es.
Dabei wollte ich doch eigentlich nur die schönen Ostseebilder von der Speicherkarte auf den Laptop kopieren, was natürlich mit der Arbeit, die erledigt werden sollte, nicht viel zu tun hatte. Aber das kann man ja schnell mal davor schieben. Ist ja nur ein kleiner Datentransfer von A nach B, bei dem normalerweise nicht viel schief gehen kann.
Jetzt, drei Stunden später weiß ich, dass diese Annahme falsch war.
Ich erspare Ihnen mal die Dokumentation all der vielen kleinen Schritte, vom ersten Schreck, weil plötzlich die schönsten Aufnahmen verschwunden waren, über die Installation eines Rettungsprogramms mit gleichzeitigem Erstaunen darüber, dass gelöschte Daten, scheinbar doch noch irgendwo im Datennirvana zu finden sind, bis hin zur großen Erleichterung, beim Anblick der wiedergewonnenen Dateien.
Eine Gefühls-Odyssee, obendrauf mit einem schlechten Gewissen im Nacken, weil das einzige, das ich heute  an meinem Arbeitstag, der eigentlich ein Feiertag hätte sein können, geschafft habe, eine Adrenalinüberflutung meiner Zellen und die Datenrettung von 238 hübschen Bildern ist, die wahrscheinlich nie verschwunden wären, wenn ich...hätte, wäre, würde, könnte und so weiter.
Es ist, wie es ist.
Manchmal bleibt einem nichts übrig, als das zu akzeptieren.
Selbst an einem Feiertag, der ja eigentlich keiner war, weil...aber das hatten wir ja schon.

Kommentare:

Papagena hat gesagt…

Tja...also manchmal...

*grins*

Papagena

motzi hat gesagt…

oh in Österreich gab es keinen feiertag. Normaler arbeitstag, sovern man den mo arbeitet .