Montag, 12. September 2011

AAD

Eigentlich müsste ich heute einen Artikel über Pflanzen schreiben.
Naja sagen wir mal so, ich müsste wenigstens damit beginnen. Die Deadline rückt näher und der Spielraum für Ausreden wird kleiner. Danach müsste ich dann noch dies und jenes erledigen, Telefonate führen, ein Exposé für einen neuen Artikel verfassen und und und. Streng genommen könnte ich mit meiner To Do Liste für den heutigen Tag das Wohnzimmer tapezieren.
Trotzdem will ich vorher noch ein wenig mit Ihnen plaudern, denn tapezieren steht a) nicht auf meiner Liste und b) gehört es auch nicht gerade zu meinen Lieblingsbeschäftigungen.
Insgesamt nennt man das, was hier gerade passiert, wohl Aufschieben.
Ein Klassiker und ich kenne niemanden, der frei von diesem Virus ist.
Ich kenne nur Menschen, die scheinbar über wirksame Gegenmittel verfügen.
Eine Art  Anti-Aufschiebe-Droge, kurz AAD genannt, um dem Kind mal einen Namen zu geben.
Inhaltsstoffe sind, soweit ich weiß: Willen und Disziplin.
Nicht gerade die größten Marketingschlager. Schon vom Klang her eher schwer und erdrückend. Willen, Disziplin...da klappen sofort meine Schultern nach vorn, der Rücken rundet sich und der Spaßpegel sinkt auf Zero.
Vielleicht liegt es einfach wirklich nur an der Begrifflichkeit. Willen...Disziplin...schnarch...
Vielleicht sollten sich schlaue Werbeleute mal eine nette PR-Aktion für  "Willen und Disziplin" überlegen, damit uns die Arbeit besser von der Hand geht. Irgendetwas lockeres. Vielleicht was mit Grün, zum Beispiel was mit Pflanzen.
Womit ich wohl wieder beim Thema wäre. Da war doch was.
Andererseits entstehen durch Aufschiebeverhalten wunderbare neue Kreationen. Zum Beispiel Blogs, oder andere "Ich mach jetzt mal was, was mir Spaß macht - Aktionen. Wie sagte der deutsche Aufschiebevermeidungspapst Hans-Werner Rückert mal sinngemäß so schön: Sie können sich gar nicht vorstellen, wie viele Keller schon entrümpelt, Wohnungen gestrichen, Gärten gepflegt, Ideen entwickelt wurden, nur um andere Tätigkeiten zu vermeiden! Also - wie arm wäre doch unsere Welt, wenn es kein Aufschiebeverhalten gäbe.
Also Danke und jetzt aber trotzdem Schluss.
Die Arbeit ruft. Das mit dem Marketing klären wir später. :-)

1 Kommentar:

Papagena hat gesagt…

Ich sitze hier gerade und lese in anderen Blogs, weil ich EIGENTLICH noch heute Abend zu später Stunde die Schulsachen des Herrn Sohnemann für seinen ersten Tag morgen mit Namen beschriften sollte... jedes einzelne Heft, jeden Stift und Spitzer, Kleber und Hausschuhe, Turnbeutel und Knetmasse - bäähh!

Viel lieber lese ich da doch hier bei Dir diesen herrlichen Artikel über das Aufschieben von ungeliebten Tätigkeiten...

Vielen Dank übrigens für das SUPER-GEILE Päckchen (sorry wegen der Wortwahl) - ich bin echt total stolz, und gespannt auf Slopinsky!
Leider hat sich der Liebste zuerst den Kalender gekrallt - ich muss also warten, bis ich damit "dran" bin...
Der Zweite geht übrigens an meine beste Freundin nach Kanada - die eine Deiner ersten Leserinnen/Fans war - sie weiß allerdings noch nichts von ihrem Glück... also pssst!

Alles Liebe,
Papagena