Montag, 1. August 2011

Bewegung von unten

Zunächst wieder ein sonniges Hallo an alle Neu-Mit-Spaziergänger. Trotzen wir gemeinsam dem Regen und freuen uns über die Sonne in unseren Herzen. Schön, dass Sie mich begleiten.
In Berlin stehen die Wahlen an.
Das erkennt man natürlich leicht an der zunehmenden Präsenz von Wahlplakaten und daran, dass Freunde und Bekannte während netter Plaudereien über Kinder und das miese Wetter zunehmend die B-Frage stellen. Die B-Frage ist natürlich - Sie ahnen es schon - angelehnt an die K-Frage und bedeutet unterm Strich nichts anderes, als das Suchen nach einer Antwort, die man nicht geben kann. Oder kennen Sie derzeit jemanden, der fähig wäre, Berlin würdig und mit straffer Hand zu lenken?
Wowereit? Nein, der ist müde und wenn er die Augen aufbekommt, dann linst er doch schon auf die Bundespolitik und träumt vom Sitz im Kanzleramt.
Frau Künast? Naja.
Und sonst? Keiner da.
Quo vadis also Berlin, du blühende bunte Stadt ohne wirkliche Identität. Du zusammengewürfelter Haufen, mehr Farbklecks als Zentrum, ewig suchend, planend und der einzige Ort, den ich kenne, wo nach 17.00 Uhr kein Straßenbauarbeiter mehr Teer gießt und darum die Stadtautobahn monatelang dicht ist.
Ehrlich gesagt wird mir Politik zunehmend egal.
Jedenfalls die Politik der Großen. Was ich erlebe, ist, dass Politik in kleineren Kreisen stattfindet. Oben wabert es träge vor sich hin, während unter der zähen Masse, die Lava brodelt und die Zukunft gestaltet wird. Ich kenne mittlerweile so viele Berliner, die sich für diverse Anliegen stark machen, die helfen, unterstützen, voranbringen, initiieren, Mut haben, Risiken eingehen.
Die bewegen diese Stadt.
Ich glaube, im Grunde ist es egal, wer oben thront - die wirklich wichtigen Entscheidungen werden auf einer ganz anderen Ebene gefällt, die Bürger haben in vielen Bereichen längst selbst die Regie übernommen. Vielleicht bemerkt das ja da oben mal irgendwann jemand.

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