Donnerstag, 4. November 2010

Abschied von Bärbel Mohr

Meinen heutigen Eintrag widme ich Bärbel Mohr.
Die Autorin erlag vor ein paar Tagen mit nur 46 Jahren ihrem Krebsleiden. Abgesehen davon, dass eine Familie um sie weint, verlieren wir durch ihren Tod eine Lichtgestalt der spirituellen Szene in Deutschland.
Wer Bärbel Mohr nicht kennt, dem will ich sie mal so beschreiben: Bärbel Mohr hat die Esoterik salonfähig gemacht. Mit einer unglaublichen Selbstsicherheit hat sie das Buch "Wünsche ans Universum" herausgebracht und hat damit allerorts Kopfschütteln, herablassende Kritik und Spott geerntet. Aber eben nicht nur.
Vielen Menschen hat sie mit ihren Worten geholfen, endlich einem Gefühl oder Instinkt zu vertrauen und zu folgen, der schon viel zu lange verdrängt und missachtet wurde.
Ja zur eigenen Schöpferkraft zu sagen, ist ein mutiger Schritt. Gerade in unserer Gesellschaft, wo doch alles reguliert, abgesichert, per Gesetz geregelt und von Kirchen dogmatisiert wird. Wie kann ich da als kleines Licht auf den abgedrehten Gedanken kommen, ich hätte mein Leben selbst im Griff. Mehr noch - durch meine Gedanken bestimme ich meine Wirklichkeit. Das geht ja nun wirklich nicht.
"Doch das geht!", sagte Bärbel Mohr. Und zwar ganz einfach.
Sie sagte das genau mit der Selbstverständlichkeit, die es braucht, um diesen Prozess in Gang zu setzen. Es ist selbstverständlich, dass die Sonne morgen wieder aufgeht. Es ist selbstverständlich, dass ich nass werde, wenn ich im Wasser schwimme und es ist selbstverständlich, dass wir durch unsere inneren Wegweiser und Koordinaten die äußere Landschaft formen.
Ich wünsche der Familie von Bärbel Mohr ganz viel Kraft, Licht und Liebe, um diesen Verlust zu meistern. Und ich wünsche mir, dass es immer mehr Menschen auf dieser Welt gibt, die so mutig sind, wie Bärbel Mohr es war. Die den Belächlern mit einem Lächeln antworten, das aus dem Herzen kommt. Aus der Instanz in uns, die so viel weiser ist als der Kopf.

Kommentare:

Liv hat gesagt…

Ich verstehe Deine Gedanken gut ...

Aber: Woher kommen die inneren Wegweiser - WER schubst sie an?

Wie kann ich selbst über mein Leben bestimmen?
Bin ich Herr über Krankheit? Lebensumstände? Fügungen? Nur manchmal. Und das stark begrenzt.

Kann ich mich selber am Haar aus dem Sumf ziehen?
Manchmal, aber stark begrenzt auch das.

WER aber führt mich darüber hinaus durch mein Leben, wenn mein Selbst so wankelmütig ist? WER gibt und schenkt Stabilität?

Ich danke Dir für diese Gedankenanregung. Hoffentlich findest Du diese und meine Fragen nicht zu provokant.

Geschriebenes kann hart klingen, ist aber bei weitem nicht so gemeint.

Ganz, ganz liebe Grüße!
Gisa

Beate Knappe hat gesagt…

Danke, auch ich war sehr betroffen als ich von ihren viel zu frühen Tod gelesen habe und ich erinnere mich noch gut an die Sendung mit Alfred Biolek, in der ARD, in der sie von ihren Wünschen an das Universum sprach.
Ich fand auch sie war eine Bereicherung und schön das wir beide nun wissen das wir das so sehen.

Und übrigens, ich ziehe mich regelmäßig am eigenen Schopf aus einem mich zu verschlingen drohende Sumpf.
Und ja, Stabilität finde ich, wenn überhaupt, nur in mir selber.....