Mittwoch, 1. September 2010

Zeit zu lernen

Liebe Leser - alte und neue,
langsam legt sich der Sturm, der seit Wochen und Monaten durch mein Leben gefegt ist und alles auf den Kopf gestellt hat.
Die Wolken - wie auf dem Bild zu sehen - verdunkeln nicht mehr, sondern spielen wieder mit dem Licht. Gut so - plötzlich ist wieder Luft zum Schreiben da.
Es ist schon seltsam, dass es immer wieder die äußeren Umstände sind, die mich am Schreiben hindern.
Dabei sollten gerade die eine Inspirationsquelle sein. Wie viele Texte wurden geschrieben, um den Umständen ein Gesicht zu geben? Wie viele Lieder besingen das, was so ist, wie es ist?
Schmerz, Trauer, Freude, Liebe - eben den Rhythmus des Lebens.
Und während ich hier tippe, kullern mir die Tränen über die Wangen. Weil soviel passiert ist, sich soviel verändert hat - zwar alles gut und richtig, doch auch alles so neu und anders.
Ich überlege gerade, ob das der Unterschied zwischen einem professionellen Schriftsteller und dem Hobbyschreiber ist.
Dass der Profi nicht Halt macht, sondern weiterschreibt, selbst wenn es brennt.
Der Autor Steven Pressfield beschreibt diesen Unterschied in seinem Buch "Morgen fange ich an - warum nicht heute" mit folgenden Worten:
"Der Profi richtet seinen Blick auf den Doghnut, nicht auf das Loch in der Mitte. Er hält sich vor Augen, dass es besser ist, in der Arena vom Stier zertrampelt zu werden, als unter den Zuschauern oder gar draußen auf dem Parkplatz zu stehen."
Wenn die Legende stimmt, dann hat Pressfield wahrhaftig die Watergate - Affäre verpasst, weil er an einem seiner Romane arbeite.
Nun ist dieser Blog kein Buch. Vielleicht eher eine Vorstufe. Und gerade deshalb wichtig.
Ich glaube, da kann ich noch viel lernen.

Kommentare:

Bär-Bellinda hat gesagt…

Wenn ich dir aus purem Egoismus meinerseits etwas wünschen dürfte, dann wäre es dieses: Ich wünschte dir, daß du nicht zum Profi werden würdest.

Dann würde dir die menschliche Wärme erhalten bleiben, die mich in deinen Worten berührt. (Und die manche Profis leider nicht mehr haben.)

Swan hat gesagt…

Ich denke, der Profi schreibt, weil er vielleicht seinen Lebensunterhalt damit verdient. Gut möglich, dass es bei seinen Texten an Lebendigkeit fehlt.

Der Amateur schreibt, weil es seine Leidenschaft ist. Oder anders gesagt, die Seele des Amateur schreibt ;-)

Mach weiter so!!!

Viele Grüsse
Swan