Freitag, 28. Mai 2010

Wochenendfrust

Schon wieder steht ein Wochenende vor der Tür.
Passend dazu erreichte mich soeben eine Mail mit dem Betreff: "Auszeit gefällig? Wir verlosen ein Familienwochenende!"
Ich musste schmunzeln, denn - und da bin ich mal ganz ehrlich - ich mag keine weekends.Und wahre Auszeit heißt für mich nicht Familie.
Und o weh -  schon während ich das schreibe, springen in meinem Hinterkopf alle Alarmlampen an. Da mahnen mich tief verinnerlichte, gesellschaftskonforme Normbewacher, da kritisiert mich meine körpereigene Werteerhaltungsbeauftragte und beschimpft mich mein mütterlicher Gehirnanteil für dieses narzistische Un-Ding.
Wie kann man keine Wochenenden mögen? Diese wunderbare Gelegenheit, als Familie eins zu sein. Zeit, das Frühstück, Mittag- und Abendessen miteinander zu teilen und und und.
 Ja ich weiß. Ich bin böse. Egoistisch, selbstbezogen und obendrein eine Rabenmutter.
Aber so bin ich und wissen Sie was, ich finde das o.k.
Denn neben der Eigenheit, dass alles, was zeitlich periodisch wiederkehrt, bei mir das Gefühl von: "Oh Gott schon wieder eine Woche rum" weckt, ist es mir nun mal ein Greuel, schon am Freitag überlegen zu müssen, was ich am Wochenende koche. Denn samstags wird eingekauft - was ebenso eine ewig wiederkehrende Tortour für mich ist. Dann kochen, putzen, Spielplatz, wieder Essen, vielleicht noch mit Besuch und abends dann Thomas Gottschalk oder eine DVD, weil der Babysitter nicht kann - denn es ist ja Wochenende, da geht er selbst aus. Sonntag Abend gibt's nach mehr oder weniger strapaziösen Ausflügen zum Abschluss den Tatort und da wünsche ich mir manchmal, dass ich selbst die Krombacherwerbung nicht mehr erlebe, weil irgendein Bösewicht mich aus niederen Beweggründen aus meiner Alltagstristesse reißt.
Grrrr...the same procedure as every weekend
So und wo ich mich jetzt so richtig schön echauffiert habe, wird es Zeit, dass das Wochenende kommt, damit ich mich angemessen von meiner Aufregung erholen kann.
Vielleicht überrasche ich mich ja selbst, indem ich dieses Wochenende zu etwas ganz Neuem mache. Denn letztendlich liegt darin die Lebenskunst, ungeliebt Alltägliches so zu gestalten, dass daraus etwas Frisches, Anderes und Außergewöhnliches wird. Das wiederum mag ich und obendrein erfreut es auch die Werteerhaltungsbeauftragte.
In diesem Sinne - happy weekend, liebe LeserInnen!

Kommentare:

Coco hat gesagt…

Von dieser Seite habe ich das noch gar nicht betrachtet, wäre vielleicht mal einen Gedanken wert. Wobei ich mir am WE schon meine Auszeit nehme, auch von der Familie ;o)
Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,
Coco

Papagena hat gesagt…

Familien-Auszeit ist sooo wichtig!

Ich sag´immer: Glückliche Mama, glückliche Kinder!

Papagena