Mittwoch, 28. April 2010

Ein Wortgeschenk

Gestern Abend habe ich es mir gemütlich gemacht. So richtig. Mit Kerzen, einem Glas Rotwein und den vertonten Gedichten von Rainer Maria Rilke. Ich habe mich auf das Sofa gelegt, die Augen zugemacht und meine Gedanken den Klängen und Worten folgen lassen, die aus den Lautsprechern kamen.
Was für ein Genuss.
Das
 ist ein wahres Hörvergnügen. Rilkes Worte allein sind ja schon etwas ganz besonderes. In Töne gebracht, gesprochen oder gesungen erfahren sie noch einmal eine Steigerung, die mich einfach nur so dahinschmelzen und jede Zeit vergessen lässt.

Und weil das alles so schön war, schenke Ihnen heute mein Lieblingsgedicht von Rilke. Nehmen Sie es einfach mit in den Tag  und lassen Sie sich von seiner Seele berühren.







Du mußt das Leben nicht verstehen

Du mußt das Leben nicht verstehen,
dann wird es werden wie ein Fest.
Und laß dir jeden Tag geschehen
so wie ein Kind im Weitergehen
von jedem Wehen              
sich viele Blüten schenken lässt.
Sie aufzusammeln und zu sparen,
das kommt dem Kind nicht in den Sinn.
Es löst sie leise aus den Haaren,
drin sie so gern gefangen waren,
und hält den lieben jungen Jahren
nach neuen seine Hände hin.


Manchmal braucht es so wenig.

1 Kommentar:

Papagena hat gesagt…

Wunderschön, vielen Dank!

Papagena