Montag, 14. Januar 2008

Aufschieben

Schieben Sie auch so gern Dinge vor sich her? Ich bin eine Meisterin im Aufschieben. Man könnte sagen, ich habe es erfunden.
Nehmen wir zum Beispiel den Artikel über die Kindheit, von dem ich schon erzählt habe. Eigentlich müsste ich den jetzt schreiben, denn die Redakteurin wartet. Aber was mache ich? Ich schreibe meine Gedanken darüber, dass ich diesen Artikel schreiben müsste, auf. Und das in vollem Bewusstsein und Wissen darüber, dass es pures Aufschiebeverhalten ist, was ich da gerade praktiziere.
Warum?
Ich habe Angst.
Ja, ich gebe es zu. Ich habe Angst davor, der Artikel könnte nicht gut genug werden. Ich habe Angst, zu scheitern. Immer wieder. Jedes Mal. Das Problem kenne ich schon - wie gesagt, ich bin eine Meisterin.
Henry Ford hat dazu einen schönen Satz gesagt:
"Die wenigsten Menschen scheitern. Die meisten kapitulieren."
Ja - vermutlich vor sich selbst.
Seltsamer Weise macht es mir keine Angst, hier meine Gedanken zu formulieren. Es ist mir im Grunde sogar egal, was der Leser über mich denkt.
Klingt doch ein wenig schizophren oder?
Ist es nicht, denn hier in diesem blog hoffe ich auf Verständnis. Auf Leser, denen es auch so geht. In Gemeinschaft leidet es sich besser.
Ich habe mal gelesen, dass Aufschieben die Krankheit der Fleißigen ist, denen das Erreichte nicht genügt. Man schweift ab zu Routinearbeiten, wie Spülmaschine ausräumen oder so ähnlich, weil das ein schnelleres Ergebnis verspricht, das nicht bewertet wird. Nicht einmal von einem selbst.
Also mache ich mir jetzt schnell mal einen Kaffee, schüttel die Betten auf und schaue nach, ob mein Baby noch schläft. Sollte es durch meinen Krach wachgeworden sein, kann ich natürlich nicht mehr weiterschreiben, denn ich muss mich ja kümmern...und so weiter...Hiiiiiiiiiiiiiiiiiiilfe!!!!!!!

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