Dienstag, 9. Oktober 2018

Die anderen

Mal eben schnell nach Tokio fliegen,
auf Malle in der Sonne liegen.
Im Flugzeug schön aus Plastik speisen
und nächsten Monat wieder reisen.
Im SUV durchs Dörflein brettern,
auf Facebook über Ökos wettern.
Steak und Mett im Angebot,
scheiß doch drauf, ist eh schon tot.

Montag, 28. Mai 2018

Brutal mies

Vor ein paar Tagen lief in Kiew das Pokalendspiel der Champions League. Nach einer halben Stunde Spielzeit gab es eine Szene, die mich nachhaltig bewegt. Da wird Mo Salah, einer der besten Torjäger, den Liverpool hat, von Sergio Ramos buchstäblich ausgeknockt. Jeder, der Ramos' Spiel kennt und jeder, der die Szene gesehen hat, weiß, dass das kein Versehen, kein Missverständnis, keine gedankenlose Achtlosigkeit, sondern knallhartes Kalkül war.

Sonntag, 27. Mai 2018

Warum Nazi sein, wenn man tanzen kann?

"Wir sind die 87 Prozent", steht auf einem Plakat. Die Teilnehmerin, die es hochhält, gehört zu den über 10.000 Menschen, die am Sonntag, 27. Mai 2018 bei "Bass gegen Hass" gegen die AfD und ihre demokratiefeindliche und rassistische Politik demonstrieren. "Ich bin kein linker bezahlter Randalierer - ich bin ein rechter Aktivist" steht auf einem anderen Plakat. Hochgehalten wurde es auf der Demonstration, die insgesamt über 25.000 Berliner Gegendemonstranten auf die Straße gebracht hat. Ich war auf beiden Veranstaltungen, habe mich hier unters "Volk" und da unter die tanzende Menge gemischt und weiß einmal mehr, dass ich nie in einem Land leben wollen würde, in dem die AfD das Ruder übernimmt.

Freitag, 18. Mai 2018

Warum Männer die Welt nicht zerstören und Frauen sie nicht retten

Vor ein paar Tagen ist mir ein Artikel in die Hände gefallen, in dem der Autor dafür plädiert, das Ruder den Frauen zu überlassen, da die Männer offensichtlich nicht damit umgehen könnten und es, wie er schreibt, „verbockt“ hätten. Wirtschaftlich, klimatechnisch und global. Ich als Frau fühlte mich zunächst geschmeichelt, doch dann habe ich letzte Nacht von Emmanuel Macron geträumt und bin mit dem Satz „Wenn Frauen wieder Frauen sind, können Männer auch wieder Männer sein“ aufgewacht.

Donnerstag, 3. Mai 2018

Die Beweger – Chiara Sambuchi, Filmregisseurin

Neulich wurde ich gefragt, nach welchen Kriterien ich die Protagonisten für die Beweger-Reihe auswähle. Zählt Erfolg? Die Tatsache, dass sie in den Medien präsent sind? Oder ist es, weil sie – wie ja der Titel schon sagt – etwas bewegen, also etwas anstoßen? Nein. Die Wahrheit ist, dass es Menschen sind, die mich in meinem Herzen berühren. Die einen Blick auf die Welt haben, der anders ist, als der der Masse. Und die ihr Tun nach diesem Blick ausrichten, die also Herz und Verstand zusammenbringen und ihre Wahrheit leben. So wie Chiara Sambuchi, der klar ist, dass sich Idealismus heutzutage kaum bezahlt macht, die sich aber dennoch treu bleibt und mit viel Idealismus ihre Geschichten erzählt. Ich habe Chiara in Rom getroffen, wo die Filmregisseurin derzeit lebt.

Freitag, 27. April 2018

Eldorado – Menschlichkeit im Kinoformat

"Das einzige, was ich mitnehmen kann, sind Erinnerungen, die auf Liebe basieren. Sie sind der wahre Reichtum." Die Worte stammen von Steve Jobs, er hat sie kurz vor seinem Tod gesagt, und als sie am Filmende von "Eldorado" gesprochen werden, hat wohl keiner im Saal Zweifel daran, dass sie wahr sind. Doch dann geht das Saallicht an, der Vorhang zu und jeder weiß, dass man gleich mit Verlassen des Kinos in eine Welt hinaustritt, die komplett anders tickt.

Dienstag, 24. April 2018

Alles Käse, oder was?

Alles fing mit einem Spruch an, den ich in einer Pizzeria gelesen hatte. Es ging um Käse und darum, was Veganer doch verpassen, weil sie nichts mit Käse überbacken können. Jedenfalls saß ich in Rom vor meiner Pizza Quattro Formaggi und dachte JA! während der Käse lustige Fäden zog und dann in meinem Mund verschwand. Ich liebe überbackenen Käse. Und weil ich andere an meinem Käse-Glück teilhaben lassen wollte, machte ich ein Foto und postete den Spruch zusammen mit dem Bild auf meiner Facebook Chronik.

Montag, 23. April 2018

Der wahre Künstler von Rom

"Ah, der wahre Künstler!", antwortet mein Mann, nachdem ich ihm das Foto von Fausto Delle Chiaie geschickt hatte. Wir kennen ihn, haben ihn, als wir 2016 gemeinsam in Rom waren, zufällig entdeckt. Dort, wo er immer steht. Seit 1989. Tag für Tag von 17 bis 21 Uhr. Im Reiseführer findet man ihn nicht. Dabei sind er und seine Konzeptkunst auf jeden Fall einen Besuch wert, denn sie erzählen davon, wie es ist, nonkonform zu sein. Ein Besuch:

Dienstag, 17. April 2018

Die Beweger – Rafael Kugel, Gründer von "Havelwasser"

Ich treffe Rafael am Ufer der Spree, nicht an der Havel, obwohl das passender gewesen wäre. Aber immerhin sitzen wir auf einem Schiff, die Sonne scheint und die aufblühende Natur am Ufer passt zur Aufbruchsstimmung, die Rafael jedes Mal, wenn ich ihn treffe, ausstrahlt. "Es braucht mehr Birne in der Welt", war ein Satz von Rafael, der mir im Gedächtnis geblieben ist und um den es heute geht. Aber nicht nur darum, denn Rafael ist wie alle, die ich hier in dieser kleinen Reihe vorstelle, ein Macher – wobei das in seiner Sprache „Serial Entrepreneur“ heißt.

Dienstag, 20. März 2018

Dein Einsatz für die Welt

Hast Du, wenn Du all das siehst, was auf unserer Erde nicht so läuft, wie es bestenfalls sein sollte, auch ab und zu die Tendenz, den Kopf in den Sand zu stecken? Möchtest am liebsten nichts hören, nichts wissen, nichts sehen und fragst Dich, was Du als Individuum denn schon ausrichten kannst? Spätestens wenn die Frage kommt, solltest Du den Kopf schnell wieder aus dem Sand ziehen und hellwach sein, denn die Antwort lautet: VIEL! Wir unterschätzen den Beitrag, den jeder leisten kann und opfern ihn nur allzu oft dem Glauben an die Machtlosigkeit.