Dienstag, 17. April 2018

Die Beweger – Rafael Kugel, Gründer von "Havelwasser"

Ich treffe Rafael am Ufer der Spree, nicht an der Havel, obwohl das passender gewesen wäre. Aber immerhin sitzen wir auf einem Schiff, die Sonne scheint und die aufblühende Natur am Ufer passt zur Aufbruchsstimmung, die Rafael jedes Mal, wenn ich ihn treffe, ausstrahlt. "es braucht mehr Birne in der Welt", war ein Satz von Rafael, der mir im Gedächtnis geblieben ist und um den es heute geht. Aber nicht nur darum, denn Rafael ist wie alle, die ich hier in dieser kleinen Reihe vorstelle, ein Macher – wobei das in seiner Sprache „Serial Entrepreneur“ heißt.

Dienstag, 20. März 2018

Dein Einsatz für die Welt

Hast Du, wenn Du all das siehst, was auf unserer Erde nicht so läuft, wie es bestenfalls sein sollte, auch ab und zu die Tendenz, den Kopf in den Sand zu stecken? Möchtest am liebsten nichts hören, nichts wissen, nichts sehen und fragst Dich, was Du als Individuum denn schon ausrichten kannst? Spätestens wenn die Frage kommt, solltest Du den Kopf schnell wieder aus dem Sand ziehen und hellwach sein, denn die Antwort lautet: VIEL! Wir unterschätzen den Beitrag, den jeder leisten kann und opfern ihn nur allzu oft dem Glauben an die Machtlosigkeit.

Freitag, 16. März 2018

An Vergebung glauben

Draußen vor meinem Fenster schneit es. Keine großen Flocken und der Schnee tanzt auch nicht sanft nach unten, sondern lässt sich vom kalten Wind durch die Straßen treiben. Bald ist Frühlingsanfang und nichts sehne ich mehr herbei, als einen warmen Sonnenstrahl, der auf meinen Körper fällt und meine Schultern entspannen lässt. Dessen Wärme sich wohlig ausbreitet und der mir von den himmlischen Momenten erzählt, die der nächste Sommer verspricht.

Dienstag, 20. Februar 2018

Die Beweger – Stefan Kruecken, Verleger vom Ankerherz Verlag

Die Beweger – meine neue Reihe hier auf der Spaziergängerin. In loser Folge stelle ich Euch Menschen vor, die unsere Gesellschaft bereichern. Die etwas anstoßen, die nicht wegschauen, die nicht quatschen, sondern machen. Manche sind bekannt, andere weniger. Gemeinsam haben sie alle, dass sie etwas bewegen. In unseren Herzen und in unseren Köpfen.
Den Anfang macht Stefan Kruecken, Verleger vom Ankerherz Verlag. Ich war mit ihm und 31 anderen Gästen für sechs Tage auf dem Nordatlantik unterwegs. Eine Reise, die nicht nur bei mir einen tiefen Eindruck hinterlassen hat.

Montag, 29. Januar 2018

Gebrochene Seelen, starke Bilder

Es ist ein trüber Vormittag, ab und an nieselt es oder eine Windböe fegt durch die Charlottenburger Schloßstraße. Kein schönes Wetter für die Eröffnung einer Freiluftausstellung und doch passt die Stimmung zu dem, was gezeigt wird: großformatige Bilder des Fotografen Luigi Toscano, Porträts Verfolgter des NS-Regimes und Überlebender des Holocaust. Gesichter, so nah und eindringlich, das es manchmal schmerzt hinzusehen und bei näherer Betrachtung das, woran die 96-jährige Zeitzeugung Margot Friedländer in ihrer Rede erinnert, plötzlich zur Realität wird.

Freitag, 26. Januar 2018

#diesejungenLeute

Vor ein paar Tagen las ich auf Facebook einen Post, in dem es um den Aufruf der JuSos ging, in die SPD einzutreten, um bei der Mitgliederabstimmung gegen die GroKo zu stimmen. Der Verfasser des Posts war der Meinung, dass das absolut schädigend für die Partei sei und dass man solches Verhalten betrafen sollte.

Dienstag, 23. Januar 2018

Palermo und der Wandel

Palermo verabschiedet mich am Flughafen mit einer Ausstellung. Ich kann leider kein Italienisch, aber die Bilder sprechen eine Sprache, die jeder versteht. 30 Leichensäcke aus Plastik liegen aufgebahrt, eine Frau weint um ihren Mann, während ein Mann in Verzweiflung gefangen, die Hand einer Helferin hält. Rund 400.000 boat people hat Sizilien 2016 aufgenommen – eine Zahl, die angesichts der Größe Siziliens im Vergleich zu Deutschland gigantisch erscheint, waren es doch bei uns im Jahr 2016 nur gut 200.000.

Freitag, 19. Januar 2018

Die Gutmenschenfraktion

Wenn ich auf die Tage auf Lesbos zurückschaue, dann war wohl das Schönste die Tatsache, dass ich umgeben von Gutmenschen war. Menschen, die aus allen Teilen der Welt angereist, nur eins im Sinn hatten: ihre Zeit, ihre Liebe und ihr Mitgefühl jenen zu geben, die momentan wohl alles andere als auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Wie schön war das, sich nicht wie ein Alien zu fühlen, nicht erklären zu müssen, warum man sein Geld für etwas ausgibt, dass keine Rendite abwirft.

Mittwoch, 17. Januar 2018

Die Alternative ist keine

"Es ist Ordnung in die Asylpolitik zurückgekehrt", so die Worte von Innenminister Thomas de Maizière, nachdem die Zahl der Asylbewerber von 2017 bekannt gegeben wurde. Ordnung, so, so. Haben wir fein aufgeräumt, ja? Haben wir alles schön geputzt, den Dreck hinter den Schrank und unter den Teppich gekehrt, damit Mutti sieht, was für feine Jungs wir sind? Damit der alte Onkel mit dem bösen Blick, den blauen Augen und seinen vielen Anhängern zufrieden ist und die Anhänger das nächste Mal vielleicht doch lieber wieder CDU, SPD oder CSU wählen?

Sonntag, 14. Januar 2018

Moria – das Land, in dem man sehen wird

Hin und wieder wird die Stimme von Frank Alva Bücheler, Geschäftsführer des Restaurants LAWRENCE ein wenig brüchig. Als er über die siebenköpfige Familie erzählt, die in Damascus, einen Kilometer von seiner Unterkunft entfernt, Opfer eines Granatenangriffs wurde. Als er die Bilder von den Einschlägen in einer Kirche zeigt, die er tags zuvor noch besucht hatte. 
Seit gut 24 Stunden bin ich wieder in Berlin. Dieselbe Zeitspanne, die die Sondierungsgespräche umfasst hat, um eine Politik zu beschließen, die sich weit über unsere Grenzen hinaus, bis nach Damascus und nach Afrika, auswirken wird. Hier auf meinem Stuhl im LAWRENCE fließt das plötzlich zusammen – Syrien, Griechenland, Deutschland – und wenn ich jetzt reden müsste, dann wohl auch mit einer Stimme, die mein Entsetzen über all das Erlebte der letzten Tage verrät.