Montag, 10. Juni 2019

Die Spaziergängerin goes YouTube

Es ist ein paar Wochen her, als ein YouTuber namens Rezo für ein mittleres Erdbeben in der politischen Landschaft gesorgt hat. Sein Video "Zerstört die CDU" hat mittlerweile über 14 Millionen Aufrufe und hat so manchen Politiker ins Schlingern gebracht. Ich wollte Rezo antworten, allerdings nicht einfach nur so, sondern mit einem eigenen kleinen Video.

Sonntag, 31. März 2019

Mein Baum, Dein Baum, unser Wald

Ich werde den Morgen nicht vergessen, als ich letztes Jahr im August die Balkontür meiner Berliner Wohnung öffnete und sich der Brandgeruch sofort in meiner Nase festsetzte. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich schon, dass über 300 Hektar Wald bei Treuenbrietzen im Land Brandenburg lichterloh brannten und dass auch meine fünf Hektar, die Teil dieses Areals sind, betroffen waren. Gestern war ich dort und habe neue Bäume gesetzt. Nicht nur für mich, sondern auch für Dich, für uns alle. Denn wir brauchen jedes Stück Wald. 

Freitag, 29. März 2019

Seemann mit Herz: Claus-Peter Reisch, Kapitän der Lifeline im Gespräch

Claus-Peter Reisch und Markus Imhoof
Claus-Peter Reisch ist wohl das, was man einen waschechten Bayer nennt. Einer mit einem großen Herz, der für seine Menschlichkeit und sein Engagement nun angeklagt ist, weil Europa in der Flüchtlingsfrage kläglich versagt und offenbar keinen anderen Ausweg sieht, als zivile Seenotretter an den Pranger zu stellen. Seenotrettung ist kein Verbrechen, das muss man immer wieder klar sagen und wir können uns glücklich schätzen, dass es Menschen wie Reisch gibt, die den Mut haben, für unsere europäischen Werte einzustehen. Die die Fahne der Menschlichkeit auch im Sturm oben halten. Ich habe den Kapitän der Lifeline in Berlin getroffen.

Donnerstag, 21. Februar 2019

Fortschritt durch Ungehorsam – Der Beweger Wolfram P. Kastner

Heute vor 100 Jahren, am 21. Februar 1919 wurde Kurt Eisner ermordet. Dass viele seinen Namen nicht kennen, obwohl er als erster Ministerpräsident Bayerns Großartiges für unsere Demokratie geleistet hat, liegt unter anderem auch daran, dass die aktuelle Bayerische Landesregierung das Verdienst Eisners selbst an so einem Tag nicht würdigt. Keine Feier, kein Gedenken. Markus Söder hat sogar das Kunststück vollbracht, in seiner Rede zum Festakt „100 Jahre Freistaat Bayern“ den Namen Kurt Eisner nicht einmal zu erwähnen. Warum? Weil er Jude, ein Linker, ein Pazifist war? Weil er in Berlin und nicht in München geboren ist?  Weil er vor seinem Leben als Politiker Dichter und Philosoph war? Man weiß es nicht, doch die Tatsache, dass man hier so geschichtsvergessen agiert, wirft Fragen auf. Manche verleitet es auch zum Handeln. So wie Wolfram P.  Kastner. Er setzt sich seit vielen Jahren dafür ein, Eisners Vermächtnis zu würdigen. Aber nicht nur das.

Montag, 11. Februar 2019

Dorthin, wo es glitzert

Wann ist ein Leben sinnvoll? Wenn man einen Beitrag für die Allgemeinheit leistet? Wenn man danach lebt, was andere für sinnvoll erachten? Oder wenn man den Mut hat, sich auf die Suche nach sich selbst zu begeben? Ich glaube, dass es ebenso viele Antworten wie Menschen auf der Erde gibt. Dass jeder selbst herausfinden muss, was ihn trägt, wonach seine Seele ruft. Was uns dabei bestärkt, sind Geschichten von Menschen, die ihren Weg schon gefunden haben. 

Dienstag, 15. Januar 2019

Liebe wirkt!

Vor ein paar Tagen saß ich mit Sabine Asgodom zusammen und plauderte mit ihr über dies und das. Ich erzählte ihr davon, dass ich einen Vortrag darüber vorbereite, in dem es darum geht, wie einfach und gleichzeitig doch schwer es sei, sich bei allen Entscheidungen, vor denen man steht – ob es um große Schritte oder etwas Alltägliches geht, die einfache Frage: „Was würde die Liebe tun?“ zu stellen und auch danach zu handeln. Zwei Bemerkungen, die sie dazu machte, sind mir im Gedächtnis geblieben.

Dienstag, 20. November 2018

Anständig und ordentlich

Neulich habe ich mir den TEDx Vortrag einer jungen Frau angeschaut, die 1991 mit ihren Eltern aus China nach Deutschland geflüchtet ist, weil die Familie politisch verfolgt wurde. Unter dem Video stand neben vielen anderen auch folgender Kommentar: "wohlstandflüchtlinge flüchten um die halbe welt um das zu bekommen was andere erarbeitet haben und stehen dann auf einer bühne anstatt zu arbeiten" Ich will gar nicht auf das unterirdische Niveau des Kommentars eingehen, mich interessiert der letzte Teil des Satzes, bei dem das Halten eines Vortrags in Kombination mit der außergewöhnlichen Lebensgeschichte der jungen Frau sozusagen als "nicht wert" diskreditiert wird.

Freitag, 16. November 2018

Die Beweger – heute: Eugen Drewermann

Eugen Drewermann ist verehrt und umstritten gleichermaßen. Von den einen als Antisemit beschimpft, weil er Israels Siedlungspolitik kritisiert, von den anderen für seine klare Haltung gegenüber der NATO kritisiert oder gelobt, von der Kirche ausgeschlossen, steht er ansonsten für vieles, was gerade jetzt notwendig und richtig ist, ein. Unermüdlich setzt er sich für Frieden ein, ermutigt Menschen in seinen Vorträgen, ihre Selbstliebe zu finden, erinnert die Kirche an ihre Verantwortung. 

Samstag, 3. November 2018

Ein göttlicher Plan

Gestern Abend war ich bei Hagen Rether. Fast vier Stunden hat er den Finger in die klaffenden Wunden unserer Zivilisation gebohrt, dem Publikum den Spiegel vorgehalten, keine Ebene ausgelassen. Das Resümee des Abends: Wir alle tragen die Verantwortung. Knallhart. Keine Ausrede. Nix zu beschönigen. Nichts, hinter dem man sich verstecken kann. So weit.

Dienstag, 9. Oktober 2018

Die anderen

Mal eben schnell nach Tokio fliegen,
auf Malle in der Sonne liegen.
Im Flugzeug schön aus Plastik speisen
und nächsten Monat wieder reisen.
Im SUV durchs Dörflein brettern,
auf Facebook über Ökos wettern.
Steak und Mett im Angebot,
scheiß doch drauf, ist eh schon tot.