Samstag, 13. Februar 2016

Die Realität und ich

"Du bist meine Heldin!" schrieb mir neulich jemand, als ich ihm davon erzählte, dass ich nach Lesbos fliegen will, um dort als Volonteer eine Hilfsorganisation zu unterstützen. Seit gestern bin ich nun zurück und als ich heute morgen am Frühstückstisch saß, fühlte ich mich so gar nicht heldenhaft. Im Gegenteil. Ich saß wie ein Häufchen Unglück in meiner Küche und habe geweint.

Mittwoch, 10. Februar 2016

Packen wir das!

Eigentlich wollte ich heute darüber schreiben, wie aus Fremden Freunde werden. Etwas, das ich auf Lesbos jeden Tag erlebe. Aber wie gestern schon geschrieben - die Prioritäten ändern sich auf dieser Insel schnell. Man muss reagieren und das möglichst, ohne den Kopf zu verlieren. Etwas, das schwer fällt, angesichts der Emotionen, die einen hier förmlich überfluten.

Dienstag, 9. Februar 2016

Etwas Besseres als den Tod findest du überall

Die Nachricht vom Tod von Roger Willemsen und die Anweisung, dass ich Teil des Teams sein sollte, das ab 1Uhr nachts einen Strandabschnitt von Lesbos zu bewachen hatte, kamen gleichzeitig auf meinem Handy an. Für kurze Zeit mischten sich die Gefühle. Wie so oft in den letzten Tagen. Traurigkeit darüber, dass schon wieder einer der ganz Großen uns verlassen hat, Freude über das eigene Leben, dazu die fast schon alltägliche Verwunderung angesichts der globalen Ereignisse, die auf Lesbos so brachial zur Wirklichkeit werden.

Donnerstag, 4. Februar 2016

Aufbruch und Nikos

In knapp acht Stunden startet mein Flugzeug Richtung Athen. Bis vor ein paar Stunden war ich noch sehr aufgeregt. In Griechenland gibt es einen Generalstreik und für Lesbos ist eine Unwetterwarnung herausgegeben. Keine guten Voraussetzungen für eine Reise, die ohnehin einen ungewissen Ausgang hat. Aber was schreibe ich - es gibt ja Nikos.

Dienstag, 2. Februar 2016

Begegnung auf Augenhöhe

Heute gibt es eine großartige Nachricht zu vermelden. Seltsamerweise hat sie es noch nicht in die  Leitmedien geschafft, dabei wäre sie es allemal wert. Griechenland hat vor der Insel Lesbos ein Küstenwachschiff, eine Patroille eingesetzt, die alle Flüchtlinge, die in Schlauchbooten oder in irgendwelchen anderen seeuntauglichen Schiffen unterwegs sind, aufsammelt und sicher an Land bringt. "Safe passage" sozusagen - wenigstens auf der Griechischen Seite. Das heißt: keine toten Kinder, Frauen und Männer mehr. Als ich das gelesenen habe, gab es in mir eine sehr interessante Reaktion.

Samstag, 30. Januar 2016

Du fragst nach dem Sinn?

Hast Du mal überlegt, was es mit Dir machen würde, wenn Du alles zurücklassen müsstest? Wenn Du gezwungen wärst, all das, was Dir lieb und teuer ist, aufzugeben? Schau Dich kurz um. Vielleicht sitzt Du ja gerade in Deiner Wohnung. Im Kamin flackert ein Feuer oder die Heizung strahlt Wärme ab. Vor Dir steht Dein Rechner, oder ein Mac und vor der Tür parkt Dein Auto oder im Hof ein Fahrrad. Dein Keller quillt über vor Dingen, die Du gerade nicht brauchst. Das Licht brennt. Du gehst in die Küche, holst Dir etwas aus dem Kühlschrank, drehst dann den Wasserhahn auf und es kommt sauberes Wasser aus der Leitung.

Freitag, 22. Januar 2016

Die Sache mit dem eigenen WORT

Heute strahlt ein märchenhaft blauer Himmel über Berlin. Ich gehe mit meinem Hund durch die Straßen, genieße die kalte, klare Luft und plötzlich durchströmt mich ein Gefühl, das so unvergleichbar schön ist, dass ich kurz stehenbleiben muss und tief durchatme, um es für einen Moment in dieser Präsenz zu halten. Ich schaue in den Himmel und beobachte, was passiert. Das Gefühl bleibt und mit einem Mal weiß ich, dass es mich schon mein Leben lang begleitet, dass dieses Gefühl, das eher eine Haltung, eine Lebenseinstellung ist, für mein WORT steht.

Montag, 18. Januar 2016

Slopinsky, übernehmen Sie!

Humor ist. Ja, was eigentlich? Laut Definition ist Humor eine Begabung. Und zwar die Begabung - um es mal ganz salopp zu formulieren - Menschen und Ereignisse, die uns nicht in den Kram passen, trotzdem mit einer gewissen Gelassenheit hinzunehmen. Wie es schon Otto Julius Bierbaum formulierte und dabei fröhlich grinste: "Humor ist, wenn man trotzdem lacht."

Sonntag, 10. Januar 2016

"Manchmal da brauch ich...

nur das Meer" singt Purple Schulz. Kaum ein Lied, das mir so aus der Seele spricht. Wenn wir auf Facebook befreundet sind, dann hast Du es vielleicht schon gelesen - einer meiner Vorsätze für das Jahr 2016 lautet: NOCH öfter an die Ostsee fahren. Denn die Ostsee ist "mein" Meer. Mein Ort, der alles kann. Mich beruhigen, mich beleben, mich auffangen, mich wegspülen, mich ich sein lassen und mich auf neue Wege bringen.

Donnerstag, 7. Januar 2016

Meine Meinung, deine Meinung

Als ich gestern - nachdem ich gefühlt den kompletten Tag damit verbracht hatte, Medienberichte, Statements und Meinungen zum Thema Köln zu lesen und mich mit anderen darüber auszutauschen - meinen Mann fragte, was er darüber denkt, war seine Antwort: "Köln? Was meinst Du?" Ich war völlig verdutzt. Während ich also, wirr im Kopf und genervt von den vielen unqualifizierten, teils dämlichen Beiträgen und Hohlbirnen-Kommentaren war, lebte er in einer heilen Welt.