Montag, 11. Februar 2019

Dorthin, wo es glitzert

Wann ist ein Leben sinnvoll? Wenn man einen Beitrag für die Allgemeinheit leistet? Wenn man danach lebt, was andere für sinnvoll erachten? Oder wenn man den Mut hat, sich auf die Suche nach sich selbst zu begeben? Ich glaube, dass es ebenso viele Antworten wie Menschen auf der Erde gibt. Dass jeder selbst herausfinden muss, was ihn trägt, wonach seine Seele ruft. Was uns dabei bestärkt, sind Geschichten von Menschen, die ihren Weg schon gefunden haben. 

Dienstag, 15. Januar 2019

Liebe wirkt!

Vor ein paar Tagen saß ich mit Sabine Asgodom zusammen und plauderte mit ihr über dies und das. Ich erzählte ihr davon, dass ich einen Vortrag darüber vorbereite, in dem es darum geht, wie einfach und gleichzeitig doch schwer es sei, sich bei allen Entscheidungen, vor denen man steht – ob es um große Schritte oder etwas Alltägliches geht, die einfache Frage: „Was würde die Liebe tun?“ zu stellen und auch danach zu handeln. Zwei Bemerkungen, die sie dazu machte, sind mir im Gedächtnis geblieben.

Dienstag, 20. November 2018

Anständig und ordentlich

Neulich habe ich mir den TEDx Vortrag einer jungen Frau angeschaut, die 1991 mit ihren Eltern aus China nach Deutschland geflüchtet ist, weil die Familie politisch verfolgt wurde. Unter dem Video stand neben vielen anderen auch folgender Kommentar: "wohlstandflüchtlinge flüchten um die halbe welt um das zu bekommen was andere erarbeitet haben und stehen dann auf einer bühne anstatt zu arbeiten" Ich will gar nicht auf das unterirdische Niveau des Kommentars eingehen, mich interessiert der letzte Teil des Satzes, bei dem das Halten eines Vortrags in Kombination mit der außergewöhnlichen Lebensgeschichte der jungen Frau sozusagen als "nicht wert" diskreditiert wird.

Freitag, 16. November 2018

Die Beweger – heute: Eugen Drewermann

Eugen Drewermann ist verehrt und umstritten gleichermaßen. Von den einen als Antisemit beschimpft, weil er Israels Siedlungspolitik kritisiert, von den anderen für seine klare Haltung gegenüber der NATO kritisiert oder gelobt, von der Kirche ausgeschlossen, steht er ansonsten für vieles, was gerade jetzt notwendig und richtig ist, ein. Unermüdlich setzt er sich für Frieden ein, ermutigt Menschen in seinen Vorträgen, ihre Selbstliebe zu finden, erinnert die Kirche an ihre Verantwortung. 

Samstag, 3. November 2018

Ein göttlicher Plan

Gestern Abend war ich bei Hagen Rether. Fast vier Stunden hat er den Finger in die klaffenden Wunden unserer Zivilisation gebohrt, dem Publikum den Spiegel vorgehalten, keine Ebene ausgelassen. Das Resümee des Abends: Wir alle tragen die Verantwortung. Knallhart. Keine Ausrede. Nix zu beschönigen. Nichts, hinter dem man sich verstecken kann. So weit.

Dienstag, 9. Oktober 2018

Die anderen

Mal eben schnell nach Tokio fliegen,
auf Malle in der Sonne liegen.
Im Flugzeug schön aus Plastik speisen
und nächsten Monat wieder reisen.
Im SUV durchs Dörflein brettern,
auf Facebook über Ökos wettern.
Steak und Mett im Angebot,
scheiß doch drauf, ist eh schon tot.

Montag, 28. Mai 2018

Brutal mies

Vor ein paar Tagen lief in Kiew das Pokalendspiel der Champions League. Nach einer halben Stunde Spielzeit gab es eine Szene, die mich nachhaltig bewegt. Da wird Mo Salah, einer der besten Torjäger, den Liverpool hat, von Sergio Ramos buchstäblich ausgeknockt. Jeder, der Ramos' Spiel kennt und jeder, der die Szene gesehen hat, weiß, dass das kein Versehen, kein Missverständnis, keine gedankenlose Achtlosigkeit, sondern knallhartes Kalkül war.

Sonntag, 27. Mai 2018

Warum Nazi sein, wenn man tanzen kann?

"Wir sind die 87 Prozent", steht auf einem Plakat. Die Teilnehmerin, die es hochhält, gehört zu den über 10.000 Menschen, die am Sonntag, 27. Mai 2018 bei "Bass gegen Hass" gegen die AfD und ihre demokratiefeindliche und rassistische Politik demonstrieren. "Ich bin kein linker bezahlter Randalierer - ich bin ein rechter Aktivist" steht auf einem anderen Plakat. Hochgehalten wurde es auf der Demonstration, die insgesamt über 25.000 Berliner Gegendemonstranten auf die Straße gebracht hat. Ich war auf beiden Veranstaltungen, habe mich hier unters "Volk" und da unter die tanzende Menge gemischt und weiß einmal mehr, dass ich nie in einem Land leben wollen würde, in dem die AfD das Ruder übernimmt.

Freitag, 18. Mai 2018

Warum Männer die Welt nicht zerstören und Frauen sie nicht retten

Vor ein paar Tagen ist mir ein Artikel in die Hände gefallen, in dem der Autor dafür plädiert, das Ruder den Frauen zu überlassen, da die Männer offensichtlich nicht damit umgehen könnten und es, wie er schreibt, „verbockt“ hätten. Wirtschaftlich, klimatechnisch und global. Ich als Frau fühlte mich zunächst geschmeichelt, doch dann habe ich letzte Nacht von Emmanuel Macron geträumt und bin mit dem Satz „Wenn Frauen wieder Frauen sind, können Männer auch wieder Männer sein“ aufgewacht.

Donnerstag, 3. Mai 2018

Die Beweger – Chiara Sambuchi, Filmregisseurin

Neulich wurde ich gefragt, nach welchen Kriterien ich die Protagonisten für die Beweger-Reihe auswähle. Zählt Erfolg? Die Tatsache, dass sie in den Medien präsent sind? Oder ist es, weil sie – wie ja der Titel schon sagt – etwas bewegen, also etwas anstoßen? Nein. Die Wahrheit ist, dass es Menschen sind, die mich in meinem Herzen berühren. Die einen Blick auf die Welt haben, der anders ist, als der der Masse. Und die ihr Tun nach diesem Blick ausrichten, die also Herz und Verstand zusammenbringen und ihre Wahrheit leben. So wie Chiara Sambuchi, der klar ist, dass sich Idealismus heutzutage kaum bezahlt macht, die sich aber dennoch treu bleibt und mit viel Idealismus ihre Geschichten erzählt. Ich habe Chiara in Rom getroffen, wo die Filmregisseurin derzeit lebt.